S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)

grösseren Areale unter denselben geographischen Bedingungen in eine grössere Menge ökologisch doch unterscheidbarer Biotope, in welchen einzelne Populationen für lange Zeit hindurch in gegenseitiger Isolation leben. III. 3, Studieren wir die ausserordentlich grosse Variabilität der Lokalformen der Molops-Arten, so lassen sich in der Entwicklung dieser Lokalformen einige allgemeiner gültige Tendenzen beobachten: a/ Unter den Territorien, in welchen ausgeprägte Formen mit konstanten Merk­malen zur Entstehung kamen, leben in der Regel Populationen mit dem typischen Über­gangscharakter, die in den verschiedenen Kombinationen der individuellen Variabilität Merkmale von zwei oder mehr ausgeprägten Lokalrassen beinhalten. Bei einigen Arten - z. B. Simplex , ovipennis , alpestris, obtusangulus , rufipes - kommt bei einem grösse­ren Material aus einem ausgedehnteren Territorium sogar der grösste Teil der Exem­plare aus den Populationen, die sich nicht einer einzigen ausgeprägten Lokalrasse ein­deutig zureihen lassen. b/ Die Populationen an der Peripherie des Artareals tendieren in der Regel mehr zur Bildung ausgeprägter Lokalrassen als 'die Populationen vom Zentrum des Artareals; besonders deutlich gilt das für Überlappungsgebiete der Areale von zwei nahe verwand­ten polytypischen Arten - z. B. elatus und obtusangulus im Gebiet von Prenj planina in der Süd-Herzegowina. c/ Die Populationen aus gegenüberliegenden Randgebieten des Areals einer Art sind oft in ihren morphologischen Merkmalen einander ähnlicher als die ganze Skala der in «1er Mitte desselben Artareals lebenden Formen. So nähern sich z.B.- die piceus­Rassen aus dem südwestlichen Teil des Artareals ( tridentinus und longulus ) durch den Bau des Aedoeagus am meisten den Rassen aus dem' südöstlichen Teil des Artareals ( orthogonius und byzantinus ) und unterscheiden sich dadurch deutlich von allen übrigen Rassen aus den verschiedenen Territorien des Artareals. Die Populationen von der süd­westlichen und südöstlichen Grenze des Artareals von M. alpestris (Übergangsformen aus Bosnien, die sich der Rasse vlasuljensis nähern, und die Rasse kalofericus aus dem bulgarischen Gebirge Stara planina - Kalofer) sind sich - was die Grösse, den Gesamt­habitus, Halsschild- und Aedoeagusform betrifft - einander ähnlicher als gegenüber an­deren Formen aus dem Territorium unter dieser Grenzen. Dieses Phänomen ist offensichtlich durch Faktoren bedingt, die man in der Lite­ratur in Zusammenhang mit der Variabilität der peripheren und zentralen Populationen der Tierarten, genetische Gründe einschliessend, für eine solche Tendenz (siehe MAYR, 1963: 386-393) angibt. Eine eingehendere Analyse dieser Problematik geht allerdings über die Möglichkeiten und über das Ziel der vorliegenden Revision hinaus; es ist jedoch noch bemerkenswert, dass im Rahmen der Gattung Molops auf dem Balkan (d. h. mit Ausnahme von Territorien, in welche die Arten elatus , piceus und ovipennis hinüber­reichen) dieselbe Tendenz zur Geltung kommt. Die Arten striolatus und dalmatinus von der westlichen Grenze des Gattungsareals stimmen - was die Struktur des Aedoeagus­Innensackes betrifft - prinzipiell mit der Art spartanus von der südöstlichen Grenze überein, die Art robustus von der nordöstlicher Grenze ist diesbezüglich vollkommen identisch mit bucephalus. einer für das Biokovo-Gebirge an der südwestlichen Grenze des Gattungsareals endemischen Art. Die angeführten Arten unterscheiden sich hingegen prinzipiell im Typus der Struktur des Innensackes von den übrigen das Zentrum des Gat­tungsareals bewohnenden Arten. III. 4. Sofern die grosse lokale Variabilität ausschliesslich nach den morphologi­schen Kriterien bewertet wird und wenn nur kleine Populationsproben aus den gewählten Fundorten ohne Kenntnis der Populationen aus dem Verbindungsterritorium studiert wer­den, dann lässt sich praktisch für jeden einzelnen Fundort ein Taxon der selbständigen Subspezies, oft sogar der Art aufstellen. Genau derart war die vorherrschende Tendenz der bisherigen taxonomischen Bearbeitung der Gattung Molops, deren Resultat 49 bis jetzt gültige Spezies und 41 Subspezies-Taxa darstellen. Bei der Revision dieser gültigen Taxa stossen wir jedoch auf einige Schwierig­keiten, die nur schwer lösbar oder überhaupt unlösbar sind. Das revidierte Material ist vor allem stets unvollkommen; besonders unbekannt bleiben die Populationen aus den ausgedehnten Gebieten einiger Artareale, welche die Fundorte' verschiedener Subspezies verbinden (siehe II. 1). Einige Taxa lassen sich daher nicht objektiv kritisch bewerten. Manchmal steht nur Material von dem ursprünglich klassischen Fundort zur Verfügung

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