S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)
(oft nur Exemplare der ursprünglichen Typenserie); derartige Exemplare weisen freilich die in der Beschreibung angeführten morphologischen Merkmale auf, man kann aber nicht das Mass ihrer Variabilität und besonders nicht die Übergangsformen feststellen, die ermöglichen würden das gegebene Taxon an die richtige Stelle in der Artengruppe oder im Rassenkreise der bestimmten Art einzureihen. In solchen Fällen kann man auch nicht die Methoden anwenden, welche die Beständigkeit des bestimmten Merkmals statistisch erfassen (die Probe ist sehr klein, z. B. 2-5 Exemplare). Bei dem Museumsmaterial kann man auch nicht mittels biologischer Methoden, z. B. Reproduktionsisolation bestimmter Formen, arbeiten. Bei der Gattung Molops stehen darüber hinaus keine die Taxonomie unterstützenden Erkenntnisse über die Entwicklungsstadien (Larven) einzelner Formen zur Verfügung; bei einem grossen Teil der Arten sind sogar die bionomischen Grundangaben nicht bekannt. III. 5. Bei der taxonomischen Bewertung verschiedener morphologischer Formen ging ich von dem Konzept der Spezies und Subspezies im Sinne der sog. biologischen Definition der Art (siehe z.B. MAYR, 1969: 23-25) aus und suchte die allgemeinen Kriterien anzuwenden, die sich aus diesem Konzept für die taxonomische Arbeit ergeben (MAYR, 1969: 187-197). Die objektiven Beschränkungen, die dabei im Wege standen, sind grundsätzlich oben charakterisiert (III. 4). Die Hauptschwierigkeiten entstanden vor allem bgim Aufstellen des Subspeziesstatus für einzelne Lokalpopulationen, da in einigen Fällen besonders die folgenden Fragen nicht befriedigend gelöst werden konnten: a/ Die sog. "Regel 75%" (MAYR, 1969: 190) war nicht applikationsfähig in den Fällen, wo die Populationsprobe gering war (z. B. 2-5 Exemplare der Originalserie); in Bezug auf die gültigen nomenklatorischen Regeln darf man aber nicht aus einen solchen Grunde (und es wäre ja nicht sachlich in Ordnung), die Gültigkeit des beschriebenen Taxons aufheben. Es war daher nötig, die ganze Reihe von Taxa (vor allem die Subspezies) der älteren Autoren gelten zu lassen bei welchen sich in der Zukunft bei grösserem Material erweisen kann, dass es sich um extreme Individuen der Populationen mit inkonstanter individueller Variabilität handelt. b/ In einigen Fällen liess sich nicht beurteilen, ob es sich um allopatrisches oder sympatrisches Vorkommen bestimmter Formen handelt, da mehrere Angaben an älteren Fundortzetteln sehr ungenau sind. Dies konnte gelegentlich auch in dieser Arbeit die Betrachtungen über den Art- oder Subspeziesstatus für bestimmte Formen ungünstig beeinflussen. c/ Falls das Material im ganzen gering ist, kann man nicht a.uf Grund des Museumsmaterials hybride Exemplare erkennen, Es ist also nicht ausgeschlossen, dass einige in den Sammlungen nur sehr seltene Formen - insbesondere aus den LJberlappungsgebieten zweier nahe verwandter Formen - taxonomisch als Subspezies oder auch als selbständige Arten bewertet werden, in d^r Tat aber nur Hybride darstellen (z. B. M. ovipennis latiusculus , M. reiseri victoris u. a. ). III. 6. Derartige Vorbehalte muss man besonders dort machen, wo ich in dieser Revision die schon früher beschriebenen Taxa (insbesondere von APFELBECK und J. MÜLLER) gelten lasse. Bei der Beschreibung meiner eigenen neuen Taxa (Subspezies) suchte ich in maximalem Masse unnötiges Aufstellen von Taxa zu vermeiden, wenn dafür im Material keine der obenangeführten Bedingungen (III. 5, ) gegeben war. Nur in Einzelfällen beschrieb ich Lokalpopulationen als neue geographische Rassen auf Grund sehr kleiner Serien; es handelt sich hier um die Rassen ovipennis pseudoplanipennis , simplex parviceps, doderoi hlisnikovskyi , obtusangulus cabuljensis. pentheri gracilis und rufipes golobardensis . In diesen Fällen hielt ich es für begründet die zuständigen Populationen taxonomisch verbindlich zu bezeichnen, und zwar mit Rücksicht auf zwei vorhandene Bedingungen: a/ die morphologischen Unterschiede sind sehr deutlich bei der ganzen (obwohl kleinen) Populationsprobe konstant, und es geht um Unterschiede, die ein wichtiges Verbindungsglied unter den schon beschriebenen anderen Subspezies oder verwandten Arten darstellen; b/ es handelt sich um Populationen von solchen Fundorten, wo sich das Vorkommen der ausgeprägten Rasse analog nach anderen Arten voraussetzen lässt. III. 7. Ausser den angeführten Kriterien (III. 5. ) kam ich zur Anerkennung des Subspezies-Status für eine bestimmte Population praktisch noch aus folgenden Gesichtspunkten: