S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)

a/ in dem Grundmerkmal der Art, für welches ich die Struktur des Aedoeagus­Innensackes (siehe V. 6. ) halte, ist die grundsätzliche Übereinstimmung mit den übrigen Formen im Rahmen der Art gegeben; b/ morphologische Unterschiede bei den wesentlichen Artmerkmalen (vor allem der Kopulationsorgane) stimmen mit den Variabilitätsrichtungen und dem Variabilitäts­grad derselben Merkmale im Rahmen der übrigen Populationen der gegebenen Art über­ein. Z. B. ist die Spitze des Aedoeagus bei den verschiedenen Subspezies verschieden gedehnt, mehr oder weniger gebogen; allerdings ist es nicht möglich, dass sie bei der einen Subspezies grundsätzlich anders geformt ist als es die gemeine, für die Art ge­meinsame Form erlaubt. Aus diesem Grunde räume ich z. B. den' Formen M. prenjus und M. pentheri Artstatus gegenüber der Art M. elatus ein; c/ es lässt sich womöglich die Existenz der Übergangsformen aus dem Verbin­dungsgebiet der gegebenen. Lokalrasse mit anderen Rassen ërwersen; eine derartige Exi­stenz sehr allmählicher Übergänge ist z. B. Grund für die Einreihung aller - in den Ex­tremfällen morphologisch sehr gut. unterscheidbarer - Formen des Rassenkreises M. spartanus , M. obtusangulus oder M. piceus in den Rahmen einer einziger Art; áj allopatrische. Verbreitung in Beziehung auf andere ausgeprägte Formen der­selben Art; das Verbreitungsareal pflegt dabei jedoch extrem klein zu sein und kann z. B. durch die Seehöhe eines Berges gebildet werden. III. 8. Der Begriff Subspezies ist also in* der vorliegenden Revision durchwegs für die Bezeichnung der Lokalrasse angewandt, derer Existenz durch relative Daueriso­lation von den übrigen Populationen der Art bedingt ist. Diese Isolation ist in den mei­sten Fällen durch die Isolation des passenden Biotops von den anderen passenden Bio­topen auf dem umliegenden Gebiet gegeben (siehe III. 2). Das Subspeziestaxon bei der Gattung Molops lässt sich daher nicht ohne weite­res inhaltlich mit demselben Begriff wie bei der grossen Mehrzahl der Tierarten voll­kommen identifizieren, für welche unter gleichen geographischen Bedingungen eine Dau­erisolation der einzelnen Populationen nicht entsteht. Das gilt schon bei den meisten Ar­ten derselben Familie Carabidae, wenn z. B. die Gattungen Harpalus oder Amara auf dem gleichen Territorium fast keine ausgeprägten geographischen Rassen bilden (es han­delt sich nämlich grösstenteils um geflügelte Arten); eine ähnliche Lage wie bei der Gattung Molops findet man jedoch bei den balkanischen Gebirgsarten der Gattungen Ne­ bria , Trechus , Pterostichus und Tapinopterus . Aus zoogeographischer Sicht hat daher das Verfolgen der Areale • einzelner Arten bzw. ganzer Artengruppen der Gattung Molops wesentlichere Bedeutung als das Verfol­gen der englokalen, mikrogeographischen Rassen. Eben deswegen ist es auf der anderen Seite umso wichtiger, alle bekannten Formen der Gattung taxonomisch richtig den Sub­spezies, Arten und Artengruppen zuzuordnen, da die taxonomischen Fehler in dieser Einsicht bis jetzt die Umrisse grösserer Areale, welche auf dem Balkan natürlich ver­wandte Ganzheiten (Arten und Artengruppen der Gattung Molops) einnehmen, beträchtlich entstellten. III. 9. Der Begriff "Art" wird in der vorliegenden Revision vorwiegend im Sinn von Rassenkreis (polytypische Art; MAYR, 1963:37 f.) benutzt, d. h. er ist der Komplex der Subspezies (Lokalrassen), bei welchen man nachweisen kann: a/ die Grundkongruenz in den wesentlichen morphologischen Merkmalen; b/ die Existenz mehr oder weniger allmählicher Übergangsformen unter den ein­zelnen (benachbarten) Subspezies; c/ das kontinuierliche Verbreitungsareal (oder dass, im Falle der Diskontinui­tät, diese Tatsache historisch begründet ist). Nur in einigen Fällen lässt die vorliegende Revision monotypische Arten, die für kleine Gebiete endemisch sind, gelten. Es handelt sich um die Fälle, wo der Grad der konstanten morphologischen Unterschiede im Rahmen der Gattung Molops bleibt und die tlbergangsformen zu der naheverwandten polytypischen Art ausbleiben. Der Ursprung dieser Formen ist offensichtlich analog den Lokalrassen (III. 2). jedoch behielten diese Formen ihre Reproduktionsisolation auch nach der Wiedervereinigung des Areals mit an­deren Populationen. Unter derartige monotypische Arten lassen sich folgende Arten ein­reihen: bucephalus und maderi (in Beziehung zum polytypischen robustus ), longipennis, biokovensis und promissus (in Beziehung zum polytypischen ovipennis ), albanicus (in. Be­ziehung zum polytypischen curtulus' bzw. reiseri ).

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