S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 28/2. (Budapest, 1975)
spruch hingewiesen werden, dass es sich in einem Gebiet so viel Lichtfallen wie möglich und zwar unter den gleichen technischen Bedingungen zu betätigen haben. Nun könnte mann fragen: wo ist hier ein Problem? Eben das ungarische Lichtfallennetzt, das zahlreiche (mehrere hunderte) Lichtfallen umfasst, und das zentral organisiert wurde und gelenkt wird, sind die gleichen technischen Bedingungen gegeben. Dies ist aber ein Irrtum. Ein grosser Teil der Lichtfallen arbeitet nicht kontinuierlich, will man eine bestimmte Zahl von Fallen - 30 oder gar 40 - zeitlich abstimmen, schrumpft die Reihe der verwendbaren Angaben erbärmlich zusammen. Dazu gesellt sich noch die ständige Veränderung der technischen Bedingungen. Es handelt sich nicht bloss um offenbare Irrtümer, sondern auch um laufende Korrektionen: Änderungen an der Konstruktion der Lichtfallen, in der Qualität der Lichtquelle oder bezüglich der über dem Boden gemessene Höhe der Falle, zweifellos positive und den Fang begünstigende, jedoch hinsichtlich des gesamten Systems sich negativ auswirkende Änderungen. Auch der Standort der Fallen wurde oft gewechselt, vielleicht innerhalb des Biotops und desselben Verwaltungsgebietes, in allen Fallen wurde aber das "Leben" der betreffenden Lichtfalle abgeschlossen und es began ein neues. Man kann auch die unmittelbare "anthropogene" Faktoren nicht ausser Acht lassen. Sowohl die Determinationsarbeit als auch die Behandlung der Lichtfallen war von Zeit zu Zeit qualitativ verschiedentlich, allerdings ungleichmässig. Dabei denke ich nicht bloss an die einwandfreie oder weniger verlässliche Artenkenntnisse, sondern z.B. an den schwerwiegenden Mangel, dass sogar im Falle seitens der Praxis besonders hervorgehobener Schädlinge das zahlenmässige Verhältnis der Geschlechter nicht überall und immer vermerkt wurde. Dieser einzige Faktor beeinflusstweitgehend den Charakter der durchführbaren Untersuchungen. Mann könnte leider noch weitere negative Beispiele anführen, ich denke aber, die bisherige genügen um meine Auffassung zu unterstützen, dass nämlich nicht einmal die Einsammlung der Angaben den für die wissenschaftliche Forschung erforderlichen Ansprüchen entsprach. Um die Entnahme von Beispielen aus der Meteorologie fortzusetzten, stellen wir uns vor, dass wir über Temperaturangaben verfügen die einmal an der Bodenoberfläche, ein anderesmal in einer Höhe von ein oder mehrere Meter gemessen wurden, darüber garnicht zu reden dass einzelne Thermometer in Celsius, andere in Fahrenheit die Temperaturgrade geben. Über dem nachfolgenden, qualitativen Abschnitt ist nicht viel zu sagen. Wir, die uns bisher mit der "wissenschaftlichen" Erforschung der Lichtfallen befassten, haben zumindest bis heute - den Erwartungen nicht entsprochen. Und nicht wegen den oben angeführten die wir garnicht erkannten oder nicht zur Kenntnis nahmen. Wir waren nicht in die entsprechende Tiefe der Dinge eingedrungen und ruhigen Gewissens können wir keine Kausalität s zusammenhange aufweisen. Eine etwaige Vorstellung haben wir allerdings: unsere Untersuchungen sollen - etwas oberflächlich gesprochen - an "zwei Punkten angreifen". Der erste Punkt stellt die Klärung der "Natur" der betreffenden Art, Population, bzw. des Individuums, des Semaphoronten dar, der zweite sollte sich auf die Erkundung der Umweltbedingungen gerichtet werden. Hinsichtlich des ersten haben wir fast garnichts getan, auch bezüglich des zweiten kaum etwas. Der Versuch die Insekten in Lebensformgruppen einzuteilen und bei der lückenhaften Kenntnis ihrer Populationsdynamik eine Prognose zu geben ist nichts anderes als eine Gruppierung bisher bereits bekannter Kenntnisse, oder Folgerung ohne ent-