Folia archeologica 52.

Mészáros Orsolya: Egy 15. századi toszkán üvegműhely

EGY 15. SZÁZADI ROSZKÁN ÜVEGMÍ'HKL.V 249 EINE TOSKANISGHE GLASWERKSTATT AUS DEM 15. JAHRHUNDERT Das um 1481 entstandene Werk des Florentiner Meisters Guasparre di Simone Parigini stellt den Entwurf und den Betrieb einer Glaswerkstatt dar. Seine Beschreibung legt nicht die Technik der Glasherstellung, sondern den Aufbau der Werkstatt, die von den Meistern benutzten Werkzeuge, Rohstoffe und deren Kosten dar. Es ist eine einmalige Quelle, ist wegen der Originalität und der realen Darstellung für die Interpretation und Rekonstruierung der freigelegten Glashütten sehr gut verwendbar. Der Originaltext der im Archiv von Florenz auf­bewahrten Quelle wird jetzt zusammen mit der ungarischen Ubersetzung und mit ihrer Interpretation in erster Linie in archäologischer Sicht publiziert. Der Autor verfasste den Entwurf für die in von Florenz nördlich liegenden Mugello zu gründenden Glashütte wahrscheinlich im Auftrag. Im ersten Teil sein­er Arbeit wird das für eine Glashütte geeignete Gebäude mit seiner Einrichtung, mit den Ofen und den notwendigen Werkzeugen ausführlich dargelegt. Danach berichtet der Verfasser über die Kosten der Werkstatt und der Rohstoffe und über die Arbeit der Meister, den Wert der Produkte und über das Verhältnis der Einkünfte. Aus dem späten Mittelalter und der Neuzeit sind mehrere technischen Abhandlungen erhalten geblieben, die zwei wichtigsten davon sind die Arbeit von Biringuccio aus Siena (De la pirotechnia, 1540) und das im größten feil darauf beruhende, aber viel ausführlichere Werk von Georgias Agricola (De re metallica, 1556). Beide widmen der Glasherstellung je einen Kapitel. Beide Werke fallen vom Pariginis Entwurf zeitlic h nicht weit. Wir vergleichen Pariginis Werk in ei stet Linie mit diesen zwei Arbeiten, in bestimmten Fragen aber auch mit weiteren Quellen, zum Beispiel mit Inventaren vom Ende des Mittelalters oder mit dem Werk des Glaskünstlers Antonio Neri vom Ende des 17. Jahrhunderts (L'arte vetraria), und mit verschiedenen Darstellungen. Die Technik der traditionellen Gasherstellung veränderte sich bis zur industriellen Revolution wesentlich nicht, so können die hier erwähnten Schriften, obwohl sie später entstanden sind, die Übersicht des toskanischen Meistei s in mehreren Fragen ergänzen. Wir werden uns mit den Ofen und den Werkzeugen gründlicher beschäftigen, für die sind nämlich die regionalen Eigenheiten weniger typisch, als für die Rohstoffe und die angefertigten Gegenstände, und die sind auch bei der Deutung der archäologi­schen Funde besser zu benutzen. Die zwei wichtigsten Ofen der Werkstatt sind der Schmelz- und der Glasofen (calcare , jornace), beide sind getrennt aufgebaute Ofen von großem Maß. Der Schmelzofen hat einen runden oder quadratischen Grundriss, wo die Feuerkammer und die Arbeitsfläche voneinander getrennt sind. Auf der letzteren ausgebreitet werden die Grundstoffe zusammengeschmolzen. Der Glasofen ist der größte unter den Werkstätten, hier wird die Glasmasse in großen Tontiegeln wieder aufgekocht, die später auf Glasmacherpfeife gehoben von den Meistern bearbeitet wird. Der Ofen hat mehrere Kammern, die sich ineinader öffnen. Der dritte, der Kühlofen kann so groß sein, wie der Glasofen, oder er kann aus mehreren kleineren Ofen bestehen. Das wichtigste Arbeitszeug ist der Tontiegel, der mit großer Sorgfalt angefer­tigt wird, damit er später bei der großen Hitze der Glashütten keinen Sprung bekommt. Es werden von Parigini Metallwerkzeuge, wie die Glasmacherp leife, Rührstangen, Schaufeln, Zangen, Scheren, Hammer und Ambosse, sowie die größeren Holzzeuge aufgezählt.

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