Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

DIE UNGARISCHE HEILIGE KRONE 349 heiligte sozusagen auch die Krone und trug dazu bei, daß die Krone - erstmals 1256 e 8 - heilig genannt wurde. Der Typ der Krone: Die Heilige Krone ist eine oben durch Kreuzbänder geschlossene, mit Bildern verzierte Hoheitsinsigne. Besonders wichtig ist, daß den unteren und den oberen Teil der Krone gleicherweise Bilder — insgesamt 19! ­zieren, was ausgesprochen für die Hoheitsinsignien und Diademe der Länder unter dem Einfluß von Byzanz und der byzantinischen Kultur typisch ist. Die Existenz von oben geschlossenen, sogenannten Bügelkronen unter den westlichen Herrschaftsinsignien im 10.-12. Jahrhundert ist umstritten: Auf Darstellungen kommt zwar ein oberes Band vor, doch ist eine solche Krone aus jener Zeit nicht erhalten. Auf den Zeitpunkt einer Uberwölbung der Krone, also der Herstellung der Kreuzbänder, ist viel eher aus der Form der Krone zu schließen als aus der Verzierung mit Filigran und Steinen, die in engeren Zeitgrenzen überaus unsicher zu datieren ist. Vergleichen wir den oberen mit dem unteren Kronenteil, fällt ein Unterschied und eine Übereinstimmung auf. Einerseits wurde an dem griechischen Reif kein Filigran verwendet, dagegen ist der obere Teil Filigranverziert. Andererseits ist die Verwendung von Bildern auf westeuropäi­schen Kronen ungewöhnlich/' 9 wogegen sie bei Kronen, die im Ausstrahlungs­gebiet des östlichen Kaiserreiches mit seiner Kultur und Kunst geschaffen wurden, ausgesprochen typisch ist. 7 0 Während man sich also bei der Überwölbung der Ki one nicht um einheitliche Verzierung bemühte, paßte man sich in der Gesamtwirkung dennoch dem Stil der unteren Krone an: Man versah auch die obere Krone mit Bildern. Ich halte es nicht für wahrscheinlich, daß es ästhetische Gründe dafür gegeben hat. Die Anbringung der Bilder kann auch einen anderen Grund gehabt haben. Man hätte den Reif auch im westlichen Stil mit Bügeln überwölben können. Stattdessen verwendete man breite Bleche mit Bildern, die zusammen mit dem in der Krone befindlichen Goldtextilfutter (weil man sie wegen ihrer Größe nur so tragen konnte) die Wirkung der byzantinischen Herrscherkrone vom Kamelauktion-Typ erweckte. Dies datiert die Zusam­menstellung der Heiligen Krone in die Zeit nach den 1100er Jahren. 7 1 Wegen der Verwendung der Form und der Bilder ist der wahrscheinlichste Zeitpunkt der Zusammenstellung der Krone die Herrschaft des am Hof Kaiser Manuels als li s Codex Diplomaticus IV :3. 384 = Mon. Ecclesiae Strig. I. 436 6 9 Die deutsche Krone verzieren Emailbilder (Schulze-Dörrlamm 1991) Außerdem verzieren die Agilulf­Krone unsicherer Datierung und Herkunft figurale Darstellungen (Elze 1974). 7 0 Siehe die zerschnittene Krone von Theophanu, das Diadem von Sakhnovka: Rybakov 1971, 43., die russischen Frauendiademe (Tolocko , P. /'., Pro prinaleznist i funkcionalne priznaèenia diadem i barm v drevnij Rusi, Arheologia (Kiev) 15, 1963, 145-163, das Kiewer Diadem (ehem. Coll. Kanenko), die Zellenemailplatte von Pliska oder die Krone von Constantinos Monomachos. Der Brauch, Kronen mit Bildern zu schmücken, stammt aus der Antike. Er läßt sich auf die mit Göttergestalten versehenen Kronen der Priester des Kaiserkultes zurückführen. Uber diese antiken Kronen zusammenfassend: H.H. von Prittwitz und Gaffron, Die Kultkrone aus Vetera, Bonner Jahrbücher 189, 1989, 121-137, mit weiterer Literatur). Deshalb ist das Weiterleben des Brauches beim östlichen Nachfolger des Reiches nicht überraschend. 7 1 Wie bekannt taucht die oben geschlossene Krone vom Typ Kamelauktion nach der Thronbesteigung der Komnenen, zur Zeit der Herrschaft Alexios' I., in Schriften und auf Darstellungen auf und beginnt dann ihren Eroberungszug auf dem Balkan und in den zur Interessensphäre des Byzantinischen Reiches gehörenden Gebieten, bis sie schließlich in die Tracht der orthodoxen hohen Geistlichkeit übernommen wurde, vgl.: Pilz, E., Kamelaukion et mitra, Insignes byzantines impériaux et ecclésiastiques. Acta Universitatis Upsalensis, Figura. Nova series 15. Stockholm 1977.

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