Folia archeologica 48.

Endre Tóth: A magyar koronázási jogar

DAS UNGARISCHE KRÓNUNGSZEFI ER 123 die Krönungsinsignien die Form des Zepters mit den Streitkolben. 1 5 Das Wesen seiner Aussagen beherzigte man zweihundert Jahre lang: "keine römische, sondern skythische Erfindung und eine Kriegswaffe ist der Streitkolben". Franz Bock und der ihm folgende Arnold Ipolyi verglichen es mit den erhalten gebliebenen Zeptern und hielten es wegen seines "archaischen" Aussehens 1 6 im Verhältnis zu ihnen für ein altes Stück der Krönungsinsignien. Ausführlicher beschäftigte sich Géza Nagy damit, der ebenfalls die Ähnlichkeit mit den nomadischen Streitkolben betonte und es deshalb für das älteste Stück der Krönungsinsignien hielt. 1 7 Diese Verbindung war um so verständlicher, als die Fürsten Siebenbürgens und Hochadligen des 16.-17. Jahrhunderts als Machtzeichen tatsächlich einen Streitkolben in der Hand hielten. 1 8 Auch wenn sie alle der Meinung waren, das Zepter sei das älteste Stück der Krönungsinsignien, stützten sie dies nicht mit Argumenten. Gyula László akzeptierte die Feststellung C. J. Lamms, die Kristallkugel sei fatimidische Arbeit. 1 9 Die Filigranverzierung der Einfassungsbänder datierte er auf den Beginn des 12. Jahrhunderts 2 0 (dagegen schrieb er 1972, 2 1 sie sei "spätestens um 1200" entstanden). Die Datierung auf den Beginn des 12. Jahrhunderts bestritten András Alföldi 2 2 und E. P. Schramm 2 3: sie hielten eine Datierung ins 10. Jahrhundert für wahrscheinlicher, eine Ansicht, der sich auch Magda Bárányné Òberschall anschloß. 2 4 Nach Gy. László war die Kristallkugel selbst entweder ein Geschenk Kaiser Heinrichs II. oder stammte direkt aus dem Osten. 2 5 Für diese Datierung verwendete er die Funde der Königsgräber von Székesfehérvár. 2 6 Alföldi datierte das Filigran des Schaftes ins 11. Jahrhundert. Das Zepter selbst hatte seiner Ansicht nach Stephan I . von seinem Vater, Großfürst Geysa, geerbt: Der Form nach stamme es aus südrussischem Gebiet. Hinter seiner Ansicht stand selbstverständlich die awarische Zeptersrekonstruktion der Kanne von St. Maurice d'Agaune. 2 7 Die Datierung von Tibor Gerevich: Der Schaft entstand zu Beginn und die Kugelfassung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. 2 8 József Deér erkannte eine Verwandtschaft mit dem Filigran der Kreuzbänder der Krone und datierte das Zepter auf die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert, als formale Analogie berief er sich dennoch auf das zweihundert Jahre frühere Siegel des burgundischen Königs Rudolf III. 2 9 Schließlich hat Éva Kovács die Einfassung der Kugel mit den filigranverzierten Blechen ins letzte Viertel des 12. Jahrhunderts datiert 3 0 und machte darauf aufmerksam, 3 1 daß das Filigran in gewissem Grade zeitlos ist. Der Ausgangspunkt 1 5 Decsy S., A magyar szent koronának és az ahhoz tartozó tárgyaknak histórijája (Die Geschichte der ungarischen Heiligen Krone und der zu ihr gehörenden Gegenstände). Bécs [Wien] 1792, 50. 1 6 Natürlich stehen eine individuelle oder seltene Form und das Alter des Gegenstandes an sich in keinem kausalen Zusammenhang. 1 7 Nagy 1900, 231; Kovács 1997,179-196. 1 8 B. Szabó /., Az erdélyi fejedelmi jelvények (Die siebenbürgischen Fürsteninsignien), 59-68 = Insignia of the Transsylvanian Princes, Majestas 4, 1996, 85-105. 1 9 László 1938. 2 0 László 1938. 2 1 László Gy., Századok 106, 1972, 466, in der Rezension der Deér-Monographie. 2 2 Alföldi 1948-1949, 24. 2 3 Schramm 1954, 284. 2 4 Bárányné Oberschall M., Sankt Stephans Krone, Wien 1961, 61. 2 5 László 1938. 2 6 Kovács E., in Pannónia Regia (Red. Takács Imre, Budapest 1994). 2 7 Alföldi 1948-1949, 25. 2 8 Gerevich 1938, 239, Anm. 335. 2 9 Deér 1966. 3 0 László 1938, 538. - Kovács E., Árpádkori ötvösség (Goldschmiedekunst in der Arpadenzeit), Bu­dapest 1974, 46. Éva Kovács spricht dies auch aus: "Den einen Ausgangspunkt zur Datierung des Kreises des Zepters bieten die Funde von Fehérvár", Kovács 1998, 167. 3 1 Ebd. 17.

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