Folia archeologica 48.
Endre Tóth: A magyar koronázási jogar
DAS UNGARISCHE KRÓNUNGSZEFI ER 121 Der Ober- und Unterteil der Kugel sind von der Goldblechfassung verdeckt, und die Bearbeitung darunter läßt sich gerade nur ahnen. Das obere Blech schmiegt sich der Kugel an und zeigt die darunterliegende Form besser als das untere. Die die Löwen umgrenzenden Kreisgen haben gebogenen Querschnitt; am Äquator der Kugel laufen sie zusammen, und in Richtung der Pol kreise trennen sie sich. Wo sie sich trennen und voneinander fortbewegen, bildeten sie gleichseitige Dreiecke, deren Flächen mit einfachen Linien verziert sind. Die Kreisflächen werden oben und unten von je einem "Polkreis" begrenzt: Dieser erhebt sich, soweit sich an einer Stelle unter dem von der Kristallkugel etwas entfernteren Goldblech erkennen läßt, um einige Millimeter, gleichsam einen Hals auf dem Gegenstand bildend. In die von den Kreisgräben umgrenzten Flächen schnitt man - wenn wir das stehende Zepter betrachten - drei nach links blickende vierfüßige Tiere. Die Tiere sitzen auf ihren Hinterläufen und halten ihren langen Schwanz mit Quaste am Ende S-förmig gebogen nach oben. Die großköpfigen Tiere sind stilisierte Löwen 1 2 Reparaturen, Erweiterungen Auf den die Kugel bedeckenden Blechen wie am Schaf t sind Reparaturen und Bearbeitungen zu erkennen, die aus späteren Zeiten als der Herstellung des Zepters stammen können. Problematisch sind das Verhältnis von Zepterkugel und Schaft, das kleine Loch in der Mitte des die Kugel von oben bedeckenden Bleches, die Reparatur des einen Bandes mit Golddraht, das Alter der Kettenanhänger und der Knopf am unteren Ende des Schaftes. Die Äutoren, die den Schaft und die Fassung des Zepters unterschiedlich datieren, haben den Grund für die Differenzierung nicht angegeben. Der Unterschied zwischen dem die Kugel einfassenden feineren Goldfiligran und dem Silberfiligran auf dem Schaft läßt eine solche Unterscheidung und zweierlei Datierung nicht von vornherein notwendig werden. Aus dem Aufbau ähnlicher romanischer Gegenstände wird offensichtlich, daß der Kopf reicher verziert ausgeführt wurde als der Schaft: Das gilt schon für die frühesten Bischofstäbe. Zu einem wenig verzierten, ja fallweise hölzernen Stab gehörte ein verzierter Kopf die Krümme. Deshalb kann aus der silbervergoldeten Fassung des Zepterschaftes nicht auf einen chronologischen Unterschied geschlossen werden. Im übrigen haben die Herzpalmetten auf dem Schaft wie auf den Bändern dieselbe Form. Natürlich kann bei einem aus zwei Hauptteilen bestehenden Gegenstand die nachträgliche Reparatur oder der Ersatz des Schaftes nicht ausgeschlossen werden. Die zu dessen Beweis vorgebrachten Argumente genügen aber nicht. Auf dem Stich, der König Matthias II. im Krönungsornat darstellt (1608), ist das Schaftfiligran mit dem Knopf am Schaftende zusammen zu erkennen: also existierte das Zepter seit den 1600er Jahren bereits in der heutigen Form. Zweifelloswurde der Zepterschaft aber repariert, weil das Ende des Hüllbleches unregelmäßig, beschädigt ist. Während das obere Ende des Hüllbleches von durch ein Ringglied erhöhtem geperltem Draht abgeschlossen wird, fehlt dieser am unteren Ende: Das Ende des Zepters wurde - vermutlich wegen einer Beschädigung - repariert. Diese Reparatur geschah vor der Krönung Matthias' II. (1608), doch kann ich den Zeitpunkt nicht bestimmen. Ich vermute, daß die Reparatur mit dem Knopf in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschah. Das Loch im Mittelpunkt des oberen Deckbleches ist so winzig, daß der Gedanke, es könnte darin irgendein Aufsatz (z. B. ein Kreuz) befestigt gewesen sein, gar Ágnes Vári danke ich für die nicht leicht zu verfertigende Zeichnung der Reliefs der Kristallkugel sowie auch für die übrigen Zeichnungen in meinem Artikel.