Folia archeologica 47.

Péter Gróf - Dániel Gróh: Késő római őrtorony és szoborlelet Visegrád-Lepencén

SPÄTRÖMISCHER WACHTTURM UND STATUENFUND 105 Rundgraben umgeben und die Steinschicht der Fläche vor dem Eingang erwies sich als Gehfläche. Durch den Graben behielt man einen Erdübergang. Aus dem Fundmaterial kamen in einer großen Zahl Ziegel mit dem Stempel LEG II ADI zum Vorschein, beweisend, daß der Bau vor 214 errichtet wurde. Einen weiteren Stützpunkt bedeutete das Vorkommen einer Münze von Septimius Severus mit Stempelglanz. 4 SO vom Wachtturm in einem Streifen von 25 bis 30 m legten wir 120 Gräber des Brandbestattungsfeldes aus dem 2. bis 3. Jh. frei. Aufgrund der Münzen der Periode zwischen Marcus Aurelius und Maximinus Thrax, und des Fundmaterials war das Gräberfeld zwischen 150 und 240 n.Chr., hauptsächlich in der Severuszeit im Brauch. Die Kulturschicht des 2 bis 3. Jahrhunderts, die zum kleinen Wachtturm in dem Gräberfeld gehört, erstreckte sich in einer großen Ausdehnung, vom rechten Ufer des Lepence-Baches entfernt, von einer Fläche von etwa 100 x 250 m, ungefähr in der gleichen Tiefe (200-220 cm), doch hatten wir zu einer gründlicheren Durchforschung keine Gelegenheit. Im Fundmaterial kamen sehr oft Terra Sigillata­Bruchstücke, in erster Linie Rheinzaberner und Westerndorfer Ware vor. Dieselbe Kulturschicht aus dem 2 bis 3. Jh. ist auch unter dem Wachtturm Nr. 2 zu finden, uzw. mit einer solchen sterilen Sperrschicht von 20-30 cm, die die Möglichkeit jedwelcher Kontinuität ausschließt. Die Schichtreihe der Väler Gruppe der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur, die gewöhnlich auf dem bisner besprochenen Gebiet vorkommt, zeigte sich in einer Tiefe von 120-300 cm. Gegenüber dem Eingang des Thermalbades von Visegrád-Lepence, am rechten Ufer des Lepence-Baches, auf der Donauseite der Hauptverkehrstrasse Nr. 11, wurden beim Straßenbau die Reste eines römischen Wachtturmes aufgestört. Beim Bau der neuen Strecke, am Anfang der 1980-er Jahre beendet, waren die Reste eines römischen Baus unter ungeklärten Umständen zum Vorschein gekommen, teils zerstört, teils wurde der neue Weg über die Ruinen geführt. Erst 1992 nahmen wir von diesem Objekt Kenntniss, da das zuständige Museum früher nicht benachrichtigt wurde. Noch in demselben Jahre suchten wir nach der Mauer des Gebäudes mit einem, auf die Linie der Sraße gezogenen senkrechten Forschungsraben, und wie es schien, erfolgsreich, da wir am Ende der Straße am Graben auf parallel laufende Mauerreste stoßen. Wegen der Errichtung eines Autoparkplatzes im Herbst 1994 wurde das Gelände im Vorhinein sondiert; damals kamen die Mauern eines großen Burgus mit einem quadratischen Grundriss und vier inneren Pfeilern zum Vorschein 5 (Abb. 2). Ein Jahr danach boten sich Möglichkeiten zu einerweiteren Aufschließung des Objektes. Zwischen 1994 und 1997 gelang es uns den erhalten gebliebenen Bau des spätrömischen Wächtturmes von Lepence, der bisher unbekannt war, doch schon lange gesucht wurde, zu entdecken. (Da etwa ein Drittel des Objektes unter der Landstraße 11 liegt, und wegen statischer Überlegungen das Gebiet nur etwa bis zur Hälfte erforscht werden konnte, sind die Daten, was Form und Maße betrifft, nur höchstwahrscheinlich richtig zu nennen.) Der Wachtturm war ein Bau von 18,30 x 18,30 m, mit vier inneren Pfeilern, sein Eingang ging nach der Donau, seine Mauern, 170 cm breit und bis etwa 2 m Höhe aufgehend, sind nach den Nebenhimmelsrichtungen orientiert. Auf den, mit einer opus incertum - Technik verfertigten Mauern wurden die Fugen zwischen den einzelnen Steinen sorgfältig mit Mörtel ausgestrichen, dann geglättet, dadurch ist ein bis die spätesten Zeiten erhalten gebliebenes, dekoratives Mauergewebe enstanden. Die Ecken wurden mit Quadersteinen befestigt, und ein an den Außenseiten etwas hervorspringender Untersatz ausgebildet. Der Fundierungsgraben hatte fast senkrechte Wände, die Mauern wurden auf ein einige 4 Gróf- Gróh 1996, 21-24; Gróf- Gróh 1987, 35; Gróf- Gróh 1988, 41; Gróh - Gróf 1991, 28. 5 Gróf- Gróh 1995, 61-68.

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