Folia archeologica 44.

Parádi Nándor: A Tiszanána-ónánai ásatás

DIE AUSGRABUNG VON TISZANÁNA-ÓNÁNA Aul dem Fluß Theiß wurde bei der Ortschaft Kisköre (Komitat Heves in Ungarn) Anfang der 1970erjahre ein Stau- und Wasserkraftwerk erbaut. Vor dem Beginn der Bauarbeiten erfolgten auf einem 35Km langen und 3-4Km breiten Gebiet, wo nachher das Wasser des Flusses gestaut wurde, eine archäologische Geländebegehung und an mehreren Stellen Ausgrabungen. So suchten wir die Stelle der mittelalterlichen Ortschaft Tiszanána, Ónána in der Gemarkung an der Theiß der heutigen Gemeinde Tiszanána (Komitat Heves) und führten archäologische Aufdeckungen durch (Abb. 1-2). In der Nähe der Stromkilometersäule Nr.408 der Theiß deckten wir den Gründungsgraben und zum kleinen Teil das Steingrundwerk einer gotischen Kirche auf, die keine Stützpfeiler hatte, ihr Sanktuarium wurde mit drei Seiten eines Oktogons abgeschlossen, ihr Schiff war einem Viereck ähnlich (Abb. 3—5). Auch die Treppe des Sanktuariums wurde freigelegt. Der nordwestlichen Seite des Sanktuariums schlössen sich die Sakristei und der daneben aufgebaute kleine Raum (Abb. 3-4, und Abb. 6.1) an. Das eine von den erhalten gebliebenen gehauenen Steinbruchstücken, welches ein gotischer Rippenbeginn war, wies darauf hin, daß das Sanktuarium wahrscheinlich eine Wölbung hatte (Abb. 7. 1). Der Grundriß des Schiffes der Kirche war also einem Viereck, ähnlich, das Sanktuarium hatte eine längliche Form. Die Länge des Sanktuariums erreichte fast die Länge des Schiffes (Abb. 3). Kirchen mit ähnlichem Grundriß kamen im Gebiet der Oberen­Theiß öfters vor. Ihr Bau kann man aus der zweiten Hälfte des 15. - bzw. vom Anfang des 16. Jahrhunderts datieren und sie kann als eine Grundrißvariante der spätgotischen Kirche betrachtet werden. Im Inneren der Kirche und in ihrer direkten Umgebung wurden 86 Gräber aufgedeckt (Abb. 3 und 6. 2). In 17 Gräbern fanden wir Beilagen. Die meisten Grabbeilagen waren einfache Schmucksache, Bekleidungszubehör, Jungfernkranz (Abb. 8. 1-12, Abb. 9. 3-4). Die vornehmsten Beilagen stammen aus dem Grab 66. (Abb. 9. 1-2, Abb. 10. 1-2, und Abb. 11. 1-2). Aus diesem Grab kamen um den Schädel ein längliches, mit Flittern verziertes Tressenband, das Band des Haarflechteaufsatzes (Abb. 10.1), über dem Beckenknochen ein Rest des mit Flittern verzierten Tressenbandes des oberen Hemdes (Abb. 10. 2, und Abb. 11. 1—2), von zwei Fingern goldene Ringe mit Stein (Abb. 9. 2) und ein vergoldeter Silberring (Abb. 9. 1 ) zum Vorschein. Die Funde des Grabes 66. können aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und aus dem 17. Jahrhundert, die Beilagen der anderen Gräber aus der Zeit zwischen der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und dem Anfang des 18. Jahrhunderts datiert werden. Im Grab 42. fanden wir 3 im Jahre 1540 geprägte Kremnitzer Denare von Ferdinand I (Abb. 8. 5). Ind er Grube neben dem nordöstlichen Gründungsgraben des Sanktuariums befanden sich die Scherben eines bemalten Irdengefäßes (Abb. 12), die man zusammenstellen konnte, im Gefäß wurde ethnographischen Analogien nach wahrscheinlich ein ungetaufter Säugling begraben. Von den Resten der Kirche etwas entfernt, im Forschungsgraben neben dem Feldweg, der auf dem Flutgebiet führt, fanden wir in der Verschüttung der aufgedeckten Grube sarmatische Gefäßbruchstücke und Spindelknöpfe (Abb. 13. 1-4), Aus dem großen, neben den Resten der Kirche ausgegrabenen Profil kamen

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