Folia archeologica 44.
Parádi Nándor: A Tiszanána-ónánai ásatás
A TISZANÁNA—ÓNÁN AI ÁSATÁS 189 sarmatische Gefaßbruchstücke (Abb. 15. 2), sowie Gefäßbruchstücke aus der Arpadenzeit (Abb. 15. 3), aus dem Spätmittelalter (Abb. 14. 1-2, Abb. 15. 4-6), ein Schleifstein (Abb. 15. 1), eine Glaskugel (Abb. 14. 4) und eine runde Beinplatte (Abb. 14. 3), welche wahrscheinlich während der Bearbeitung zerbrochen war, zum Vorschein. Vom Bodenbelag des Kirchenschiffes kam ein kleiner, oben gelb glasierter Tonkrug - man kann ihn aus der zweiten Hälfte des 16. und aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts datieren - hervor (Abb. 15. 7-7/a). Der ältesten urkundlichen Angabe nach verlieh König Ladislaus der Heilige (1077-1095) das Dorf Nána dem Bistum von Erlau (ung. Eger). Das Dorf in der Arpadenzeit lag wahrscheinlich westlich von dem Ort des spätmittelalterlichen Dorfes. Das in der Urkunde zuerst 1495 erwähnte Dorf Tiszanána konnte an dem Ort, den wir durch die Ausgrabung kennenlernten, zu dieser Zeit angesiedelt worden sein und existierte auch während der Zeit der Türkenherrschaft in Ungarn. Die Karte von Samuel Mikoviny vom Anfang der 40er Jahre des 18. Jahrhunderts (Abb. 16) zeigt die Stelle des Dorfes, auf dieser Karte befindet sich die Kirche in der Nähe des westlichen Endes der Siedlung, im großen und ganzen dort, wo wir ihre Reste gefunden haben. Das Dorf lag im südwestlichen Teil der großen, fast kreisförmigen Kurve der Theiß. Diese Kurve und mit ihr zusammen auch die spätmittelalterliche - frühneuzeitliche Siedlung wurden während der Regelung der Theiß im Jahre 1863 durchgeschnitten. Matthias Bél erwähnte in der Beschreibung des Komitates Heves (1735), daß die Überschwemmung der Theiß des öfteren rîas Dorf mit Überflutung bedrohte. Die Übersiedlung der Einwohner des Dorfes begann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf die Pußta Alpoklos, die 6-7 Kilometer weit von der Theiß lag. Das Ende dieses Übersiedlungsprozesses zeigten an der neuen Stelle des Dorfes der Aufbau der provisorischen (vor 1745), dann der der definitiven katholischen (um 1785) una der reformierten (1752) Kirchen. Die Größe der alten Kirche von Tiszanána stimmt auf Grund des Berichtes vom Komitat Heves an den Statthalterrat aus dem Jahre 1751 mit der Größe des von uns in Ónána freigelegten Kirchenrest überein; die Angaben können also mit der in Ónána ausgegrabenen Kirche identifiziert werden. Die archäologische Ausgrabung lieferte den Beweis dafür, daß Tiszanána auch die Türkenherrscnaft überlebt, im Î 8. Jahrhundert vor der Überschwemmung der Theiß in eine geschützte Ortschaft übersiedelt auch sein Weiterbestehen bis auf den heutigen Tag sicherte. Ná ndor Parádi