Folia archeologica 42.

Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról

DILEMMA VON MEZŐBERÉNY (I8S 4) 131 muß vorausgesetzt werden, daß dieses Paar der — von mir unbekannte — Typ einer fernen (?) (z.B. byzantinischen? persischen? innerasiatischen?) Kultur sein kann, für den ein Forscher mit viel größerer Sachkenntnis als ich — von einem entsprechenden Gebiet bzw. Kulturkreis — dutzendweise Analogien vorzulegen imstande ist. Die aus granulierten Kügelchen zusammengestellten, den Armen zu sich erwei­ternden „kreuzförmigen" Muster sind hingegen in dem von mir bekannten Fundma­terial nicht ohne Parallele. Diese charakteristische Verzierungsform kann auf dem im vorigen Jahrhundert eingeholten Gürtelbeschlag des Museums zu Odessa; 6 0 auf der Riemenzunge von Vasiljevka in der Umgebung von Cherson; 6 1 ferner auf den Gür­telbeschlägen von Arcybasevo; 6 2 und Kamunta; 6 3 sowie auf einem Fund aus Ufa; 64 und auf dem im Louvre aufbewahrten sassanidischen Pferdegeschirrbeschlag. 6 5 In­sofern die granulierte Verzierung auf dem Ohrgehängepaar von Mezőberény und die von mir vermuteten analogen Verzierungen auf den Riemenzungen, Gürtelbeschlä­gen usw. echte Analogien und nicht nur aus der Granulation folgende, zufällige Zu­sammenfälle wären, dann kann z.B. die Datierung des Fundes von Arcybasevo: „ertstes Drittel des 7. Jhs." auch für die Datierung der Ohrgehänge von Mezőberény maßgebend sein. Man darf aber nicht vergessen, daß die Ohrgehänge nicht nur eine Vorder- und Hinterplatte hatten, sondern auch eine diese zusammenhaltende ,Trommel'. Auf dieser ist ein aus Perlendraht gebogenes S-förmiges Muster, an einem jeden Trakt je ein Stück. Das Vorkommen und die Datierung dieses Motives s. weiter unten bei der Erörterung der Verzierungen der mit Perlendraht verzierten Goldbleche (S. 134-135, Punkt b). Die Datierung der Verzierungen an den ,Trommeln' kongruiert zugleich mit den Datierungen der Granulationen, also wenn ich auch die Erzeugungsstätte des Gegenstandes nicht bestimmen kann, so kann man sich aufgrund der Zierelemente betreffs der Datierung der Gegenstände wahrscheinlich nicht sehr irren. Schließlich, jedoch nicht zuletzt bildet ein beachtenswertes Element unter den Zierelementen des Ohrgehänges der winzige, rote Stein an den Spitzen der sechsecki­gen Pyramide als ein charakteristisches Verzierungsmotiv. Im hunnenzeitlichen polychromen Stil ist diese Verzierungsart mit einem Stein von kleiner Oberfläche nicht charakteristisch, dort wurde nähmlich die ganze Oberfläche der Ohrgehänge mit Almandin-/Granatplatten cloisonniert. Hingegen erscheinen winzige rote, grüne oder blaue Steine auf den folgenden Funden: Bócsa — Hängeösen auf der Schwertscheide (roter Stein); 6 7 Dombóvár — großkugelige Ohrgehänge (der Stein fehlt!); 6 8 Kecel — Hängeösen auf der Schwertscheide (weichselfarbiger Stein); 69 Keszthely—Fenékpuszta, Horreum Grab 6 — Kugel einer Haarnadel (hellgrüner 6 0 Posta 1905. Abb. 251. 6 1 Ausstellungskatalog, Zagreb, 1989. Nr. 112. 6 2 Bahnt 1989. Abb. 16: 3. 6 3 Bálint 1989. Abb. 1:4. 6 4 Bálint 1978. Abb. 12: 11. 6 5 Bálint 1978. 189., Abb. 8:21. 6 4 Bálint 1989. 41. " László 1955. 230., Taf. XLIV: 5-6. 6 8 Hampel 1905. II. 397-398., III. 286: 6. 6 9 László 1955. 232., Taf. LI: 11., 14.

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