Folia archeologica 42.

Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról

114 TÓTH ENDRE Anwendung erschöpfte sich zum Großteil in der Behauptung oder Verneinung ihres liturgischen Gebrauches. Während man zahlreiche, aus Schatzfunden stammende Löffel bereits publizierte, wurden die Stücke aus Grabfunden und aus Museumsde­pots vor allem aus dem 1—3. Jh. n. Chr. in der Literatur überhaupt nicht oder nur kaum zusammengesammelt. Eine größere Materialmitteilung über kaiserzeitliche Löffel stellt über die Exemplare aus Äugst sozusagen bloß die Arbeit von E. Riha dar. Außer den tangentialen Bemerkungen befaßte sich mit den kaiserzeitlichen Löffeln meritorisch in seiner gedrängten und sich auf das Wesentlichste strebenden Abhand­lung H. von Petrikovits. Nach 10 Jahren faßte dann Max Martin anläßlich der Veröf­fentlichung des Fundes von Äugst all das zusammen, was uns von den spätkaiserzeit­lichen Löffeln bekannt ist und richtete unsere Aufmerksamkeit auf zahlreiche wich­tige Untersuchungsprobleme (z. B. auf den Zusammenhang zwischen den Ge­wichtsangaben und der Garnitur). Bei der Interpretation der Löffel konnte sich H. von Petrikovits von dem Einfluß nicht lossagen, was das Christusmonogram oder andere christlichen Symbole und Inschriften für den heutigen Forscher bei der Aus­legung der Gegenstände bedeuten. Seiner Meinung nach wurde der Löffel für liturgi­sche Zwecke, bei den Zeremonien zur Herausnahme und Vermischung des Öls be­nutzt. V. Milojcic sammelte eine beträchtliche Zahl der spätkaiser- und völkerwan­derungszeitlichen Exemplare zusammen (ergänzt von D. Sherloch) und dachte aufg­rund der rezenten Ausübung der östlichen orthodoxen Kirche, daß mit den Löffeln die Eucharistie ausgeteilt wurde. Im Zusammenhang mit der Auslegung der auf den alltäglichen Gegenständen erscheinenden christlichen Symbole stellte J. Engemann die Benutzung bei der Austeilung der Eucharistie in Abrede. Mit seinen Schlußfolge­rungen stimme ich überein. Weder aus dem Charakter der Gegenstände kann an die liturgische Anwendung gedacht werden, noch die Quellen zeugen von der vorschriftsmäßigen, liturgischen Benutzung der Löffel während der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends (im Westen auch später nicht), obwohl die bekannten Silberlöf­fel, die Cochlearen fast vollzählig gerade aus dieser Zeit stammen. Anläßlich der Kommunion nahmen den Wein die Priester und die Gläubigen — fallweise — durch Röhrchen (fistulae) zu sich. Löffel werden nirgends erwähnt. Erst vom 13. Jh. an kommt es in einzelnen Gegenden vor, daß bei der Vermischung des Weins mit Was­ser zur Gewinnung des in entsprechend geringer Menge nötigen Wassers der Löffel benutzt wurde. Die eucharistische Anwendung des Löffels wurde ach von B. Bierbrauer, M. Martin und K. S. Painter bezweifelt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß im 4. Jh. die christlichen Symbole, Glück­wünsche auf den Gegenständen des Alltagslebens zugleich keine liturgische Funkti­on, in vielen Fällen sogar nicht einmal die Zugehörigkeit der Besitzer zum Christen­tum bedeuten. Die auf den Silberlöffel eingekerbten Apostelnamen reizen aber zur weiteren liturgischen Interpretation an. Diese Vermutung wurde auch von dem mit der griechischen Inschrift: Saulus-Paulus versehenen Löffelpaar aus dem Grab von Satton Hoo gefördert. J. Engemann wies aber die irrtümliche Auslegung des anlautenden Buchstaben nach und so fiel (der Text beider Löffelinschriften ist: Pau­lus) die Taufliturgietheorie weg. Auf einzelnen Löffeln können aber zweifelsohne Apostelnamen gelesen werden. Über diese war das Argument von J. Engemann nicht überzeugend. Seine Beobachtung, wonach die Sporen auf dem oberen Teil des Grab­denkmals von Theoderich d. Gr. den Namen der Apostel führen, kann nicht mit den Apostelnamen führenden Löffeln in Parallele gestellt werden. Das Grabdenkmal zu

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