Folia archeologica 42.

Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról

KÉSÓROMAI EZÜSTKAN AL BAJNARÓL 115 Ravenna ahmt die in der Umgebung der Begräbnisstätte des Konstantins d. Gr. vor­handenen symbolischen Apostelgräber nach. Die das aus 12 Stücken bestehende Ta­felservice erwähnenden Daten (J. Engemann, M. Martin) zeigen hingegen in die Richtung der Lösung. Bei der Interpretation der Inschriften auf den Löffeln des sog. Schatzes von Antiochien kam M. Mango im Gegensatz zu Ch. Diehl auf den Schluß, daß das Wort eulogia soviel bedeutet, wie „Segen" (Blessing of St. Peter). Das Mahl der Apostel und das letzte Abendmahl sind die Vorbilder eines jeden christlichen Mahles. Deshalb ist es auch verständlich, wenn die Eßgeräte nach den Aposteln benannt worden sind. Zu den Löffeln mit Apostelnamen schließt sich eng die Stückzahl 12 der Garnituren an. Der Ursprung dieses Brauches kann aber problema­tisch sein. Es ist vorstellbar, daß die aus einem Dutzend bestehende Garnitur schon in der Republikzeit häufig war und unter Berücksichtigung dieses Brauches wurden die Löffel aus irgendeiner Silbereinheit (Pfund) hergestellt (Oliver, M. Martin). Auch ist es nicht unmöglich, daß sich später die Zahl der aus 12 Stücken bestehenden Gar­nituren wegen der Zahl der Apostel modifiziert hat, gesetzmäßig geworden ist. Je­denfalls fiel in der Gestaltung dieser Stückzahl der Garnitur nicht nur die Verteilung des Rohmaterials je nach Gewicht eine Rolle zu, sondern auch die Zahl der Teilneh­mer an diesen Mahlen. Es sind uns jene kaiserzeitlichen Texte wohlbekannt, die über die günstige 5, 7, 9 Personen erwünschende Gesamtzahl der Teilnehmer des Convi­viums berichten. Diese wird fallweise mit mythologischen Beispielen verglichen (z. B. die 9 Personen und die Musen). Eine größere Zahl als 9 hielt man nicht für er­wünscht. So auch die von Augustus veranstalteten (geheimen) Gelage, wo 12 Teil­nehmer waren und laut Suetonius wissentlich die Zahl der Götter und ihr Gelage nachgeahmt wurde. Die Gesamtzahl war auch letzten Endes die Folge der Trikliniu­manordnung des Speisesaales. Bei den vornehmen Gelagen machte sich die Zahl der Gäste beachtende und vorschreibende Mentalität auch in der Spätkaiserzeit geltend. Zu dieser Zeit wurde natürlich das Mahl der Apostel das Musterbild für ein jedes christliches Festessen: es ist demnach kein Wunder, da ja die Suche nach einem Vor­bild, das sich zum Vergleich eignet, eines der eigenartigsten Charakteristika der christlichen Kunst bildet. Die Ausübung der Agapen begünstigte besonders den Mahlen mit 12 Personen (oder dem Mehrfachen dieser Zahl). Deshalb ist es verständ­lich, daß man den Namen der Apostel in die Eßbestecke eingraviert hat. Da das Mes­ser, das die Gäste mit sich trugen, einen persönlichen Besitz bildete, war der Löffel das gemeinsame, in einer Garnitur erzeugbare Eßzeug und so konnte nur dieser Ge­genstand mit einem Namen versehen werden. Die 12-er Stückzahl der Garnituren wird auch von zahlreichen früh- und spätmittelalterlichen Inventaren bewiesen. Wie lebend der Vergleich der Löffel mit den Mahlen der Apostel geblieben und zu einem Muster für ein jedes Mahl geworden ist, beweisen die englischen Apostellöffel des 15. Jh. Auf das Ende der Löffel wurden kleine Apostelstatuetten appliziert. Schließlich weist auf die Zähigkeit der Tradition die Tatsache hin, daß die Eßbestecke und Ti­schgarnituren die 12-er Stückzahl, oder ihr Mehrfaches bis auf den heutigen Tag be­wahrt haben. Mit der Verminderung des Haushaltes wurden die Garnituren halbiert und die sechs Stücke allgemein. Zu alldiesem kam es trotz dessen, daß der sinnliche Grund der Stückzahl schon längst in Vergessenheit geraten war. Die Auslegung der Löffel, als einer Grabbeigabe ist nur nach der Zusammen­sammlung der Funde des 1—3. Jh. möglich. Jedenfalls bildet einen auffallenden Umstand, wie häufig die Löffel als Grabbeigaben im 4. Jh. und noch später in den germanischen und nordgallischen Provinzen, sowie auf den rechten Ufergeländen

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