Folia archeologica 40.

Andrea H. Vaday: Szarmata aranyleletes férfisír Dunaharasztiból

148 ÉVA GARAM 3) Die Einzelstücke, Nachahmungen werden in Laufe des 8. ]h. zu örtlichen Produkten , zur Massenware. Die Nachahmungen der Zellenagraffen (z. B. aus Nagyréde, Sommerein 2 3) werden aus Bronzeblech gepreßt. Neben ihnen leben ­zwar in einfacherer Form — auch die Zellenagraffen von Ozora — Igar-Typ weiter. Es gibt auch seltenere Varianten, z. B. der Kreis wird mit vier Bögen aufgeteilt, oder in Kreuzform gegliedert, allgemein sind aber die kleinen, runden Rosetten­agraffen mit Perlendrahtumrahmung geworden, wo in den Zellen eine Glasplatten­einlage war. Die perlenreihenhaltende, bandbogenförmige Verzierung der Deckplatte der kleinen, runden Goldagraffe von Rákos — die dem mittleren Teil der Prónay-Agraffe ähnelt — erscheint ebenfalls an vergoldeten Bronze­ringköpfen und Agraffen (z. B. Leithaprodersdorf, Cikó, Celarevo). 2 4 Die goldenen Schachtelagraffen leben in der Spätiwarenzeit in zwei Rich­tungen weiter. Ihre mit Zierstein, Kugelreihe verzierten Deckplatten werden von den flachen, viereckigen, gepreßten Agraffen (z. B. Kékesd (Abb. 8,3), Nové Zámky bzw. Stúrovo, Bölcske) 2 5 nachgeahmt, die perlendrahthaltenden Schlinge versehene, in der Mitte mit Ziersteineinlage verzierte Schachtelform lebt aber in den ovalen Schachtelagraffen weiter (z. B. Üllő, Szebény, Komárno, Wien). 2" Die Verzierung der Agraffe von Dunapataj Die Deckplatte : zwischen den palmettenverzierten, gepreßten, angelöteten Halbkugeln des rechteckförmigen, in der Mitte ausgeschnittenen, glatten Gold­bleches reihen sich perlenreihenhaltende, punzierte Bandbögen an. Ähnliches sehen wir an der großen goldenen Brustscheibe von Comacchio bei Ravenna, die eine byzantinische oder langobardische Arbeit des 7. Jh. ist. 2 7 In der Mitte der Deckplatte von Dunapataj befindet sich eine bogenförmige, durchbrochene Steineinfassung. Der Rand der Bögen ist gerillt. Auch diese Verzierungsart ist von byzantinischem Ursprung, kommt auf dem Rand der Scheibenfibeln oft vor, kann aber auch an anderen, mit byzantinischen Motiven verzierten Gegen­ständen angetroffen werden (Kopfschmucke von Cibakháza, Anhängerpaar mit Vogelgestalt). 2 8 Diese Gegenstände können auf das letzte Drittel des 7. Jh. datiert werden (Abb. 9,1 — 5). 2 3 Szabó 1968, Taf. VI 3 a-b.; Daim-Lippert 1984. Taf. VI. 5. 2 4 Mitscha- Märheim 1957, Taf. I. 16. Taf. III. 23.; Hampel 1905, III. Taf. 236. 5-6.; Bunardiic 1980, Taf. XVII. 1. 2 5 Kiss 1977, Pl. XVIII. 4.; Cilinska 1966, Taf. LIV. 5.; Tocik 1968, Taf. XU. 3-4.; Hampet 1905. III. Taf. 243. 3. 2 6 Horváth 1935, Taf. XLVII.; Garam 1975, fig. 10. 3, fig. 16. 3-4, fig. 18,2.; DAIM 1981, Abb. 8.1.; Trugly 1987 Taf. XXIV. 9-10. Bei der Aufzählung der Agraffen verschiedenen Typs waren wir nicht bestrebt eine komplette Materialsammlung darzubieten. Unser Ziel war, um mit der Vorführung der Typen den Entstehungs-, Umänderungs- bzw. Entwicklungsgang der Agraffen zu illustrieren. « Ross 1961, fig. 37. 2 8 Kiss 1977, Pl. LXXXIV. 4-5.; László 1955, Taf. LIV. 1-3.; Hampel 1905, III. Taf. 281., 2.

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