Folia archeologica 39.
Sándor Soproni: Decebal-fejes agyagmécses
126 SÁNDOR SOPRONI porträtartige Darstellung der im Profil abgebildete Kopf des die Schlacht von Tapae verfolgenden dakischen Königs (Abb. 7). Hervorzuheben sind die markante Nase, die starken Lippen, über diesen der dichte Schnauzbart und der charakteristische Kinnbart. Auf dem Kopf ist der traditionelle Pileus zu sehen. In allgemeinen wird dieses porträtartige Bildnis als die ausdrucksvollste Decebaldarstellung angesehen. 2 9 Der Kopf des die Besiegung der Daker beobachtenden Decebals erscheint ebenfalls in Profil, mit ähnlichen Zügen, jedoch in weniger charakteristicher Abfassung. In der den zwiten dakischen Krieg erzählenden Bilderreihe erscheint der dakische König anläßlich der Zusammenziehung der Truppen und der Vorbereitung der Offensive. 3 0 Dies ist der einzige Fall, wo der König en face dargestellt wird (Abb. 9). Auf der Darstellung der letzten Schlacht 3 1 können wir den König in Vorderansicht sehen, den Kopf wendet er aber — die Schlacht verfolgend — seitlings. Im weiteren sehen wir ihn bei der Beratung, 3 2 während das folgende Bild schon den auf dem Pferd flüchtenden Decebal zeigt. 3 3 Der dakische König kommt noch einmal vor: er wird von römischen Reitern umzingelt, der eine hebt schon seine Lanze hoch als der König bei einem großen Baum auf das eine Knie gesunken sich ersticht (Abb. 8). 3 4 Auf dem letzten Bild können wir schon den abgeschnittenen Kopf sehen (Abb. 10) 3 5: der Kopf wird den Soldaten auf einer Platte vorgezeigt. Das Relief ist leider stark abgewetzt und so kann nur der Pileus und der Bart um das Gesicht beobachtet werden. Vom Standpunkt der Ausbildung unserer Lampe ist die 1751 entstandene Zeichnung über die letzten zwei Darstellungen sehr beachtenswert, die den niedersinkenden dakischen König (Abb. 11) sowie die Vorführung seines abgeschnittenen Kopfes noch in verhältnismäßig gutem Zustand zeigt (Abb. 12). 3 6 Auf diesem letzten Bild entspricht die Lage des abgeschnittenen Kopfes an der flachen Platte der auf unserer Lampe sichtbaren Kopfhaltung. Außer den Darstellungen der Traianussäule nahm Panaitescu von der im Museum des Vatikans aufbewahrten Büste an, daß auch diese den Decebal darstellt. 3 7 Die Analogie der Büste des Vatikans ist auch aus der Leningrader Eremitage bekannt. R. Vulpe wies jedoch von beiden nach, daß sie nicht Decebal sondern zwei dakische Gefangenen darstellen, die ursprünglich das Traianus-Forum geschmückt haben dürften. 3 8 2 9 Vulpe 1975, 77- 78., weitere Literatur Anm. 33. 3 0 Cichorius 1900, Tafelband Feld XCIII. „Dakische Kriegsvorbereitungen". 3 1 Cichorius 1900, Tafelband Feld CXXXV. „Dakische Pileati im Gebirge". 3 2 Cichorius 1900, Tafelband Feld CXXXIX. „Beratung der Daker". 3 3 Cichorius 1900, Tafelband Felder CXLIII-CXLIV. „Verfolgungsgefecht". 3 4 Cichorius 1900, Tafelband Feld CXLV. „Tod des Decebalus" 3 5 Cichorius 1900, Tafelband Feld CXLVII. „Der Kopf des Decebalus dem römischen Heere gezeigt" 3 6 Colonna Traiana. Nuovamente disegnata et intagliata da Pietro Santi Bartoli. Roma 1751. — Problematisch ist eine Darstellung der Traianussäule {Cichorius 1900, Tafelband Feld CXI, 296) die vielleicht ebenfalls Decebal abbildet. Über weitere problematische Decebaldarstellungen: Panaitescu 1923, 408 — 409, Anm. 2; zur Darstellung von Adamklissi s. weiter oben Anm. 16. 3 7 Panaitescu 1923, 406-408; Giuliano 1960, 13-14. 3 8 Vulpe 1975, 78-81.