Folia archeologica 37.
Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister
FOLIA ARCHAEOLOGICA XXXVII. 1986. BUDAPEST 197 BEITRAG ZUM FUND VON VIZ ESD -PUSZTA Andrea H. VADAY Mihály Párducz, der das sarmatische Fundmaterial des Karpatenbeckens als erster systematisierte und bearbeitete, kehrte in seinen Publikationen auch öfters zu den Funden von Vizesd puszta (Puszta-Vizesd, Vizesdia, heute: Vizejdia-Rumänien) zurück. Die ethnischen Zugehörigkeit und chronologische Lage der Funde wurden schon anläßlich der Freilegung richtig als jazygisch-sarmatisch aus dem 2. Jh.u.Z.bestimmt, jedoch beschrieb und analysierte das Fundmaterial M. Párducz erst später in mehreren Mitteilungen. 1 Obwohl den Fundkomplex die Fachliteratur kennt, ist die neuere Publikation begründet, da der Fund von Vizesd-puszta dem — vom Gesichtspunkt der römerzeitlichen Barbaricum-Forschungen gleichfalls sehr wichtigen — Fundmaterial von Geszteréd und Jászalsószentgyörgy ähnlich auf eine bewegte Vergangenheit zurückblickt. Zwischen den beiden Weltkriegen ist ein Großteil des Fundmaterials verschollen, durcheinandergekommen und wurde trotz der häufigen Anführung durch die Literatur his heute noch nicht eindeutig beschrieben, dokumentiert und bearbeitet.Durch die Identifizierung der vom UngNatMus als Stücke unbekannten Fundortes neuinventarisierten Gegenstände von Vizesd puszta wurde die vollständigere Beschreibung ermöglicht, da sich ja der Fundkomplex mit solchen Gegenständen bereichert hat, die in der von M. Párducz zuerst 1931 erschienen Publikation noch fehlten. Der bereicherte Fundkomplex von Vizesd-puszta ergänzt auf diese Weise mit neueren Daten das über das Barbaricum des südlichen ungarischen Alföld, der Batschka und des Banats bisher entworfene Bild. 3 Der Fund kam dem Borsa halom von (ászalsószentgyörgy und Geszteréd ähnlich zum Teil unter Mitwirkung eines Fachmannes ans Tageslicht, seine Dokumentation besteht aber im Verhältnis zu den erwähnten, praktisch nur aus — sehr lückenhaften — literarischen Bemerkungen. Gerade deshalb fallen die aus den Gegenständen gezogenen Schlüsse bei der Auswertung stärker ins Gewicht. Vizesd puszta liegt östlich von der Theiß, südlich vom Marosfluß auf halbem Weg zwischen Mokrin und Lovrin, westlich von den sog. römischen Schanzen. 1 Párducz 1931, 154- 155; Párducz 1935, 25-26; Párducz 1940, 265; Párducz 1942, 310-311; Párducz, 1947, 54; Párducz 1950, 70-79; Párducz 1956 18Ö. 2 Die in Anm. 1. angeführten Mitteilungen geben mit unrichtigen Beschreibungen, falschen und unkorrigierten Materialbestimmungen die Eintragungen im Inventarbuch zurück. 3 Alföldi-Párducz 1942, Fundortliste; Dörner 1971, 680.