Folia archeologica 37.

Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister

198 ANDREA H. VA DAY Einst erhoben sich hier auf dem Gut der Prinzessin Milesia San Marco mehrere Hügel. Der Gutsverwalter Gyula Kisléghi Nagy erschloß von diesen 1894 und 1895 fünf Hügel, deren Funde als Geschenk der Gutsherrin durch die Vermitt­lung von J. Hampel in das Ungarische Nationalmuseum gelanten. 4 Bei der Er­schießung des einen Hügels nahm auch anläßlich seines Besuches (.Hampel per­sönlich teil, es wurde in seiner Anwesenheit zu Kosten des Gutes im April 1985 der eine Tumulus mit einem völkerwanderungszeitlichen Reitergrab erschlossen. 5 Leider steht uns über die Erschließung keine Dokumentation zur Verfügung und so wissen wir von den Hügeln insgesamt nur soviel, daß: „Vom Gesichtspunkt des ans Tageslicht gebrachten Ergebnisse lohnen sich nur zwei Hügel zur Erwäh­nung: der an den Tafeln I 1 und I 2 vorhandene, kaum Im hohe, kleinere Tumulus, dessen jazygisch-sarmatischer, wervoller Inhalt aus einer Tiefe von vier Meter zum Vorschein gekommen ist, ferner das im nordöstlichen Winkel der Tafel H sich erstreckende kleinere Hügelchen, das ich mit dem völkerwanderungszeitlichen Reitergrab unter der persönlichen Aufsicht von J.Hampel erschlossen habe. Von den übrigen drei Hügeln durchforschte ich nur den mittleren Teil: zwei von diesen waren ausgeraubt, der dritte diente laut Bezeugung der beigabenlosen Skelette als Friedhof, wahrscheinlich in der Anjouzeit. In Puszta Vizesdia grub ich mit den obigen zusammen isgesamt zehn Hügel aus mit wenig Erfolg. Ledig­lich von einem einzigen Fall muß ich berichten, als in drei Meter Tiefe unter dem Gipfelpunkt eines mittelgroßen Tumulus die unberührten Umrisse einer Holzkiste erschienen und in dieser waren zwei menschliche Unterarmknochen mit der Hand beziehungsweise den Figern in Ordnung nebeneinander gelegt." 6 Die Funde von Vizesd-puszta gehören in Ungarn zu den ersten als jazygisch­sarmatisch erkannten und bestimmten Funden. In Ermangelung der Orientie­rungs- und Maßangaben sowie der genauen Erschließungsbeobachtungen und Beschreibungen können wir nur aus dem oben angeführten, lückenhaften Text ausgehen. Fassen wir kurz zusammen, was man von diesem herausbekommen kann. Gy. Kisléghi Nagy erschloß insgesamt zehn Hügel. Das Fundmaterial sandte er nach der Freilegung der ersten fünf Hügel in das Nationalmuseum siehe weiter oben seinen angeführten Text — und schon hier zeigt sich der erste Widerspruch. Das Inventarbuch der Antikensammlung (Régiségtári Napló) registrierte nämlich das vermischte Material der Hügel 1 — 3 in einem, das Material der Hügel 4— 5 getrennt. Unsere Daten beziehen sich auf ein völkerwanderungs­zeitliches Grab (aus Hügel 5) und auf den reichere Beigaben enthaltenden Hügel 4. Von den übrigen drei Hügeln wissen wir, daß: „zwei von ihnen ausgeraubt waren, der dritte diente laut Bezeugung der beigabenlosen Skelette als Friedhof. . , 7. Falls also Hügel 3 keine Funde enthielt, so lassen sich die im Inventarbuch der Antikensammlung (Régiségtári Napló) als Funde der Hügel 1 — 3 registrierten Gegenstände nur auf die ersten zwei Hügel beziehen und können nur so ausge­wertet werden. Nebstbei ist das Material der in der Aufzeichnung erwähnten, später erschlossenen Gräber, wenn so etwas überhaupt vorhanden war, nicht 4 Milleker 1899, 189. 1 5 Hampel 1895, 436; Milleker 1906, 292, der am 3. November 1899 datierte Brief vom Gutsverwalter Gyula Kisléghi Nagy an István Patzner. 0 Torontál Vármegye, 321 — 322. 7 Rbd. Anm. 6.

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