Folia archeologica 37.
Tibor Kemenczei: Középsővaskori tegezveretek az Alföldön
FRÜIISARMATENZEITLICHER GRABFUND 147 Ein Zubehör des Gürtels war der Nadelbehälter bzw. die Nadel. A. Vaday erwähnt, daß in Grab 27 von Endrőd-Szujókereszt die Nadel auf das Band des Gürtels angesteckt war. 2 1 Zwei Nadelbehälter beschreibt M. Kőhegyi. Der eine stammt aus seiner eigenen Ausgrabung, aus Grab 114 von Madaras-Halmok. Mit Hilfe der Nadelbehälter wurde der von Füzesabony-Kettőshalom stammende Gegenstand bestimmt, der früher als von unbekannter Funktion bezeichnet wurde. Den Nadelbehälter von Madaras publizierte M. Kőhegyi nicht. Der Gegenstand von Füzesabony ist aus einem trapezförmigen Bronzeblech zusammengebogen und in der Mitte zusammengelötet. Am oberen, engeren Ende war ein zum Aufhängen vorgesehener Bronzering. Laut Kőhegyi sind an beiden Enden beträchtliche Einrisse zu sehen, jedoch berichtet er nicht darüber, ob die Enden des Nadelbehälters geschlossen gewesen wären, d. h. wie man darin die Nadel befestigt habe. 2 2 Diesen zwei Stücken schließt sich nun das Exemplar von Veresegyház an, dessen Aufhängungsweise uns aber nicht bekannt ist, denn hierzu gibt es keine Spuren auf dem Bronzerohr und auch der Befestigungsring ist nicht zum Vorschein gekommen. Es kann natürlich auch angenommen werden, daß die Befestigung mit einer organischen Materie, mit einem Faden erfolgt ist und das Aufnähen dürfte man durch zwei gebohrte Löcher durchgeführt haben. Der Nadelbehälter ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine römische Importware, selbst dann, wenn er auch zur Tracht der sarmatischen Frau gehört. Zu den Gegenständen sarmatischer Herkunft gehört der Spinnwirtel. Von diesem Typ hat schon M. Párducz 1941 festgestellt, daß er „der Haupttyp der frühen jazygisch-sarmatischen Funde" ist. Seine Parallelen bringt er aus Tiszaörvény, 2 3 aus Grab 3 von Csongrád-Endre király út, aus den Gräbern 20, 21, 27, 32, 35 und 37 von Szeged-Felsőpusztaszer, aus den Gräbern 7, 8, 9 von KiskőrösCsukástó-Ráczkút. Dasselbe stellten auch. A. Vaday 2 4 und M. Kőhegyi fest. Letzterer fand das Stück aus 42 reichen Gräbern in sechs Fällen vor (Kelebia, Tiszaörvény, Káposztásmegyer, Szentes, Szeged, Tarnaméra). 2 5 Es gibt noch eine Eigenartigkeit, die das hier erörterte Grab an die sarmatische ethnische Gruppe knüpft: die Tracht einer römischen Einzelfibel, im Gegensatz zur römischen Fibelpaartracht. Alle anderen Gegenstände des Grabes sind von fremder Herkunft, sie stammen aus allen Gegenden der damaligen Welt und widerspiegeln schön die Bestrebung der Aristokratie, in ihrer Tracht über alle Nationen zu stehen. Zu den Gegenständen von gewiß fremdem Ursprung gehört der Ring, der auch in den vornehmen sarmatischen Bestattungen sehr selten vorkommt (z. B. Jászberény-Csegelapos: Goldring in Schlangenform aus dem 2. Jh. und Békéscsaba). 2 6 Der einfache silberne Bandring von Veresegyház ist höchstwahrscheinlich römischen Ursprunges. Auch seine Goldvariante ist uns aus der Rheingegend bekannt, seine geschlossene Form kommt noch häufiger vor. 2 7 Ein offener, silber2 1 Vaday-Szöke 1983, 107-109. 2 2 Kőhegyi 1982, 305, 339. 2 3 Párduc^ 1941b, 162, Taf. I. 9. Taf. II. 5. 2 4 Vaday-Sxßke 1983, 114. 2 5 Kőhegyi 1982, 339. 2 6 Kőhegyi 1982, 337. 2 7 Henke/ 1913, Taf. I. 11 a-b, Taf. XVI. 304. 10*