Folia archeologica 36.

Viola T. Dobosi: Ékszerek, hangszerek, különös tárgyak a magyarországi őskőkorban - Appendix II. Mária FÖLDLÁRI: Pilismarót—pálrét, borostyángyöngy elemzése

64 TIBOR KEMENCZEI detaillierten Typen kann von Mitteleuropa, von Norditalien ganz bis zum Kaukasus verfolgt werden. Ihre ältesten Exemplare stammen aus dem 9. Jh. v. u. Z. 6 6 Die weite Verbreitung ihres Gebrauches im Pferdezeug widerspiegelt die herrschende Mode einer gegebenen Periode und nicht den Weg einer Voks­gruppe. In Ostmitteleuropa gibt es jedoch eine Landschaftseinheit, wo diese Pferdegeschirrteile nicht in der Nachlassenschaft der örtlichen Bevölkerung, sondern aus einem von diesem völlig abweichenden Denkmalmaterial bekannt sind. Dies ist das ungarische Alföld, wo die Bronzetrensen, Phaleren zu den Denkmälern eines solchen Volkes gereiht werden können, dessen Bestattungsritus mit dem der Steppenbewohner der präskythischen, kimmerischen Zeit, seine Keramikgegenstände hingegen mit dem ähnlichen Fundmaterial der westlichen Hälfte der Waldsteppenzone eine starke Verwandtschaft zeigen. 6 7 Die anschau­lichen Beispiele für die östlichen Beziehungen dieses Volkes sind die im Alföld, in Besenyszög-Fokoru und in Galizien, in Michalkovo gefundenen Goldschätze, dessen kaukasische Elemente von der Forschung bereits vorgeführt und bewiesen wurden. 6 8 Es kann daher angenommen werden, daß einen Teil der Bevölkerung des Alföld in der präskythischen Zeit eine solche Volksgruppe gebildet und sie einer solchen Gruppe angehört hat, die die Forschung im allgemeinen als kimme­risch charakterisiert. Diese Benennung kann aber keine ethnische Bestimmung bedeuten, sondern spricht im 8—7. Jh. v. u. Z. für die Zugehörigkeit zum Wirtschafts- und Machtssystem der Steppenzone. Im 7. Jh. v. u. Z. wurde in der Frühskythenzeit in der Steppengegend die Herstellung und Verwendung der Eisentrensen allgemein. Zu ihren frühesten Formen gehörten die Exemplare mit drei Ösen und Stangenknebeln mit runden Durchzügen. Diese — wenn auch in geringer Zahl — sind uns aus der östlichen Hälfte des Donaubeckens bekannt. Sie sind dort zweifelsohne Gegenstandstypen von östlicher Herkunft und wurden nicht nach dem Muster der dortigen früheren präskythischen Bronzetrensen erzeugt. Die Herstellung der Eisentrensen im Alföld in großer Zahl erfolgte im Laufe des 6. Jhs v. u. Z. Die aus dieser Zeit stammenden, genieteten Eisentrensen vertreten einen eigenartigen örtlichen Typ. Von ihrer Herkunft sind verschiedene Meinungen entstanden. Sie wurden gleicherweise in den Kreis der iranischen 6 9 und thrakischen 7 0 Gegenstandstypen eingereiht. Die zwei Grenzen ihres Verwendungsgebietes wurden auf Grund der in der Festung von Karmir Blur in Urartu gefundenen Eisentrense 7 1 und der ähnlichen westeuropäischen Trensen 7 2 gezogen. Eines der wichtigsten Kriterien der ostmitteleuropäischen genieteten 6l i Bakvill, C. I., The earliest horse-bits of Western Europe. PPS, 99, 1973, 425ff. ; Podborsky, V., Mähren in der Spätbronzezeit und an der Schwelle der Eisenzeit (Brno 1970) 153ff; Tereno^kin, A. I., Kimmerijcy . . . 147ff; Kossack , „Kimmerische" . . . 141. 0 7 Patek, E., Präskythische Gräberfelder . . . 337ff. ; dies., In: Studies in the Iron Age of Hungary. BAR Int. Ser. 144, 1982, 32. 6 8 Harmatta, ]., Le problème . . . 79ff. ; Gimbutas, AI., The treasure of Michalkow. Archaeology 12 (1959) 84ff; Svesnikov, I. К., О simbolike vesej mihalkovskih kladov. SA SA 1968—1, lOff. 6 9 Harmatta, J., An Tan. 13 (1966), 115f. 7 0 Meljukova, A. I., Skifija i frakiskij mir (Moskva, 1979) 211f. 7 1 Piotrovskij, В. В., Karmir Blur I. (Jereván 1950) 95, Abb. 62; Lengyel, I., Arch. Ért. 83 (1956) 6, Abb. 4, 6. 7 2 Schiile, W., Die Meseta-Kulturen der Iberischen Halbinsel (Berlin 1969) 125ff.

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