Folia archeologica 36.
Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön
124 ILONA KOVRIG allem mit „en cabochon" geschliffene Schmucksteine befinden. Zwischen diesen ist eine raumausfüllende, zugleich betonte, aus granulierten Dreiecken zusammengestellte Ornamentik von einer mit den Steinen gleichwertigen dekorativen Rolle. Motiv aus Filigrandraht und in Drahtringen sitzende Goldkorne mit raumausfüllender Rolle — wie dies an den Goldblechfibeln oft zu sehen ist — wurden auf den Diademen nicht angewendet. Die Randverzierung ist ein Geflechtoder Tannenzweigmuster und selten noch dazu mit einer Reihe von gedrehtem Draht bereichert. 2. Diademe ohne Granulation, mit dem Vorhaben, die ganze Oberfläche mit Steinen auszufüllen; a) mit in mehreren regelmäßigen Reihen und im Vergleich der Anbrindung der Schmucksteine der 1. Gruppe dichter nebeneinander gesetzten, mugelig geschliffenen, runden oder ovalen Schmucksteinen, bei denen die Mitte mit Ausnahme eines einzigen Exemplars mit größeren Steinen betont wurde; b ) mit in mehreren, regelmäßigen geraden Reihen zueinander ganz nahe, auf Regelmäßigkeit nicht strebenden rhombus-, rhomboid-, rechteckförmigen, ovalen, halbovalen, dreieckförmigen, quadratischen, selten die Rundform annähernden und plangeschliffenen Steinen; c) mit in geraden Reihen dicht angebrachten, mugelig geschliffenen, runden oder ovalen Schmucksteinen in gemeinsamer Anwendung mit den vorangehend erwähnten flachen Schmucksteinen verschiedener Form. Die Mitte ist mit größeren Steinen betont. Die Umrahmungsverzierung bestand aus einer Perlenreihe oder einem Kerbdraht, selten aus einem Geflecht nachahmenden Ornament in Preßtechnik. Bei beiden Verzierungsarten wurden die Steine — wie bereits erwähnt — einzeln gefaßt. Cloisonné-Arbeiten sind mir an völkerwanderungszeitlichen Banddiademen nicht bekannt. Bei der Übersicht der Diademe vom Gesichtspunkt der Form und der Verzierungstechnik fallen die sich voneinander abgrenzenden Verbreitungsregionen der einheitlich betrachtbare Stilmerkmale tragenden Gruppen auf. 1. Gruppe (Abb. / und 7; 6). Zwei Diademvarianten werden hier unterschieden. 1a) Schmale rechteckige Bänder mit einer Steinreihe und mit vielen Aufsätzen (1. Formgruppe von Zaseckaja): Verhne Jablocnoe (Nr. 8), Melitopol' (Nr. 12), Staraja Igren' (Nr. 14). Das am Ufer des Korusan bei Osipenko (neben Berdjansk) gefundene Exemplar von ähnlichem Aufbau (Nr. 9) 5 5 ist verschollen. Angeblich hatte es keine Granulation, jedoch kann dies auf Grund der erwähnten Analogien eventuell mit einem Fragezeichen versehen werden. 1/b Diademe mit Granulation ohne Aufsatz. Unter ihnen haben das mit zwei Steinreihen verzierte Exemplar von Kanattas (Nr. 1) und das mit drei Steinreihen verzierte Diadem mit dem angeblichen Fundort „Südrußland", aus der ehem. Gans Sammlung (Nr. 18) 5 6 eine dreiteilige Konstruktion. Aus einem Band wurden das Exemplar ven Ivjarfovka (Nr. 11) mit drei Reihen von Steineinlagen und vermutlich das Exemplar von 5 5 Nicht publiziert. Ervähnt bei: Kovaleva , I. F., a.a.O. 235; der Fund ist nach der brieflichen Information von M. Tihanova aus dem Jahre 1971 verschollen. 5 6 Götze, A., Amtl. Berichte aus den preuß. Kunstsammlungen 35(1913) 123, Abb. 64; Werner, /., a.a.O. Taf. 27,7.