Folia archeologica 36.
Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön
116 ILONA KOVRIG eine etwas dickere Zellenwand zweckmäßiger gewesen und es sind auch keine Spuren der Anlötung von weiteren Zellenwänden zu sehen, die zur Emailverzierung nötig gewesen wären. Betreffs der Frage, wie das Diadem beim Tragen befestigt wurde, sind wir nur an Vermutungen angewiesen. Der Goldüberzug war auf das bronzene Unterlagsblech — sowohl in den länglichen als auch in den kurzen Rändern -— gänzlich darübergebogen. Auf dem Goldblech waren weder eine Nietspur, noch eine zum Annähen dienendes Loch zu sehen. Dasselbe kann auch an den Blechen des zerstückelten Golddiadems des Fundes von Höckricht-Jendrzychowicze beobachtet werden. Die wenigen Daten, die z. B. bei den Diademen von Sipovo, 16 Berezovka, 1 7 Verhne Pogromnoe 1 8 Tiligul II-Antonovka 1 9 und der ehemaligen Gans Sammlung 2 0 die Folgerung der Befestigungsweise zugelassen haben, können im Falle unseres Diadems nicht gebraucht werden. Hier möchte ich zwei Voraussetzungen mit der Bemerkung vorausschicken, daß andere Lösungen mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in Betracht kommen können. 1. An der Rückplatte des bronzenen Unterlagsbleches waren zum Annähen kleine Drahtösen angelötet. 2. Das zur Herstellung des Musters der gepreßten Perlenreihe des Goldbleches dienende bronzene Rand- und Trennband wurde an die Vorderplatte des bronzenen Unterlagsbleches mit kleinen Nieten befestigt, die das Blech durchbrochen aus der Rückplatte hervorgestanden sind. Wurde des Diadem nachher an Textilien oder an weiches Leder montiert, so haben, die Niete auch diese durchstochen und das Diadem mit Nachhämmern der Spitzen befestigt. Diese letztere Vermutung können auch die kleinen Wülste untermauern, die in einigen Fällen in den Buchten der Wellenlinie zu beobachten sind. Diese können die Spuren der kleinen Nietköpfe sein, die das Goldblech an diesen Stellen etwas herausgebauscht haben. Maenchen-Helfen setzt auf Grund der auf dem Schädel sichtbaren, starken Kupferoxidspuren voraus, daß das Diadem von Csorna ohne Leder- oder andere Unterlage getragen wurde. 2 1 Dies ist auch nicht unbedingt notwendig, weil der Kupferrost die Textilien schnell durchtränkt und eine ebensolche Spur auf dem Schädel zurückläßt, als wenn das Kupfer- oder Bronzeblech den Schädel unmittelbar berührt hätte. Wurden die Diademe auf eine Stoffhaube montiert, 2 2 so benötigte man unter dem Bronzeblech kein Filz- oder Lederband, jedoch trug man sie zu einem Schleier ohne Haube oder unmittelbar an der Stirn, in den Haaren, so dürfte es auch zweckmäßig gewesen sein, das Diadem an Textilien,an ein Filz- oder Lederband zu befestigen, um es durch diese fest auf dem Kopf tragen zu können. * l c Minaeva , T. M., Zwei Kurgane aus der Völkerwanderungszeit bei Station Sipovo. ESA 4 (1929) 195ff. Abb. 2. 1 7 Dieselbe, ebd. 206f. 1 8 Zaseckaja, I. P., a.a. 0.41. Tihanova, M. A. — Cernjakov, I. P. a.a. O. 118. 2 0 Göt^e, A., Amtliche Berichte aus den preuß. Kunstsammlungen 35 (1913) 126. 2 1 Maenchen-Helfen, O. /., Die Welt der Hunnen. Eine Analyse ihrer historischen Dimension. (1978) 20; befaßt sich mit den Diademen von Csorna, Kerc, Sipovo, Berezovka, Tiligul, Kara-Agac. 2 2 Werner, J., Beiträge zur Archäologie des Attila-Reiches. (1956) 64.