Folia archeologica 35.

Kiss Attila: Egy magyarországi V. századi gepida ezüstcsatról

GEPIDISC II-THÜRINGISCHE BEZIEHUNGEN 81 genommen, kann auch die Fibel von Ártánd auf die Zeit um 450 gesetzt werden. Man muß aber auch berücksichtigen, daß nicht nur die Vergoldung, sondern auch die ganze Oberfläche der Fibel von Ártánd abgenutzt ist, was auf einen verhältnismäßig langen Gebrauch hinweist. So dürfte sie nach der Hunnenzeit in die Erde gelangt sein, vermutlich in den Jahren zwischen 460—470. Diesem widerspricht auch die ganz flache Keilkerbung nicht. Um auch auf dem dünnen Silberblech das Muster gut zur Geltung zu bringen, sind die Kerbungen breiter als üblich. So können sich die Licht- und Schatteneffekte ebenso gut durchsetzen, wie im Falle der tieferen Kerbschnitte der dickeren Silberschnallen und Fibeln. Die Datierung der mit der Fibel von Ártánd gemeinsam zum Vorschein gekommenen, kleinen, vergoldeten Silberschnalle (Abb. 1: 3) schließt sich gut der Fibel an. Ihr Bügel ist oval, massiv, auch der Dorn ist massiv und von dreieckigem Querschnitt. Die Basis des Domes ist würfelförmig, an seinem unteren Teil wird der Dorn durch einen Silberhaken an den Schnallenbügel befestigt. Das auf den Schnallenbügel aufgebogene Riemenbefestigungblech ist unten rechteckförmig, oben nach einem kleinen rechteckförmigen Übergang oval, seinen Rand verziert eine Filigrandrahtnachahmung, sein Inneres ein Kerbschnitt. Die Mitte des Bleches wurde mittels eines Nietstiftes durchgeschlagen befestigt. Seine unverzierten Vorgänger sind in der ersten Hälfte des 5. Jhs allgemein. Den mittleren Teil des Riemenbefestigungsbleches füllt ein Kerbschnitt aus, indessen seine Umrahmung von einer Filigrandrahtnachahmung gebildet wird. Die mit Filigran erfolgte Umrahmung kommt an den schönsten Schmuckstücken in der ersten Hälfte des 5. Jhs häufig vor (z. B. an den Zikadenfibeln von Györ­köny, 2 4 an den Fibeln von Regöly 2 5 usw.) und in eigenartiger Erscheinungsform an einer Reihe von hunnenzeitlichen Denkmälern. Seine Nachahmung treffen wir an der Schnalle von Táska an, 2 1' die ebenfalls in diese Zeit gehört. Nimmt man in Betracht die mit der Kerbschnitt verzierten Schnalle von Bácsordas zusammen zum Vorschein gekommene Münze des Theodosius II. (443), die mit der Fibel des Grabes 6 von Basel —Gottesbarmweg gemeinsam gefundene, durchlochte Jovianus —Münze (411 —13), die kleine Kerbschnittfibel des Grabes 3 von Bakodpuszta, die kleinen und frühen Kerbschnittfibeln mit dreieckigem Kopf und rhombischem Fuß, die das Auftauchen des Kerbschnittes anzeigen bzw. datieren, müssen wir die kleine Schnalle des Grabes 182 von Ártánd auch von der Fibel unabhängig auf die Mitte des 5. Jhs datieren. 2 7 Da die Schnalle völlig intakt und 2 4 Fettich, N., A Szeged—nagyszéksósi hun fejedelmi sírlelet. — La trouvaille de tombe princiere hunnique à Szeged—Nagyszéksós. AH 32. (Budapest 1953) Pl. XL. 4—5. 2 5 Mészáros, Gy„ Arch. Ért. 97(1970) 67. 2 6 Bóna, L, Die Hunnen in Norikum und Pannonién. Ihre Geschichte im Rahmen der Völ­kerwanderung. In: Severin zwischen Römerzeit und Völkerwanderung. (Linz 1982) 192. 2 7 Kiss, A., Acta Arch.Hung. 35(1983) 100—128.; Werner, J., Studien zu Grabfunden des V. Jahrhunderts aus der Slowakei und der Karpatenukraine. S1A 7(1959) 427—429.; Moosbritgger — Leu, R., Die Schweiz zur Merowingerzeit. Handbuch der Schweiz zur Römer- und Merowinger­zeit. (Bern 1971) 59., Abb. 25.; Csallány, D., Arch. Denkmäler . . . Taf. 274., Taf. 203. 4—5.; Dimitrijevié, D. —Kovalevic, J .— Vinski,Z., Seoba naroda. (Zemun 1962)42—43.; Bierbrauer, V., Zur chronologischen, soziologischen und regionalen Gliederung des ostgermanischen Fund­stoffs des 5. Jahrhunderts in Südosteuropa. In : Die Völker an der mittleren und unteren Donau im fünften und sechsten Jahrhundert. ÖAW Phil.—hist. Kl. Denkschr. 145. (Wien 1980) 131-142. 6 Folia Archieologia XXXV. 1984.

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