Folia archeologica 35.
Kiss Attila: Egy magyarországi V. századi gepida ezüstcsatról
82 KÁROLY MESTERHÁZY ihre Vergoldung glänzend ist, dürfte sie im Gegensatz zur Fibel eine kürzere Zeit benutzt worden sein. Sie ist früher, weniger abgenutzt als die anderen Exemplare in die Erde gekommen. Vom Gesichtspunkt der Chronologie ist auch das nicht gleichgültig, in welchem archäologischen Milieu die für uns wichtigsten Fibelparallelen vorkommen. Die Fibel des Grabes 2 von Wulfen stammt aus einem solchen Gräberfeld, dessen frühe Gräber, unter diesen auch Nr. 2, noch N— S orientiert sind und vom Anfang des 5. Jhs stammen. 2 8 Die Fibel von Swilcza war als Teil eines Schatzfundes mit der С Fibel von Niemberg zusammen im Haus einer Siedlung der Przeworsk-Kultur verborgen. 2 9 Der Verfall der Siedlung deutet zugleich auch das Ende der Przeworsk-Kultur an. 3 0 Am westlichsten ist das Exemplar von Krefeld-Gellep geraten. Dort sind die christlichen Bestattungen des spätrömischen Gräberfeldes zum ausgehenden 4. Jh. schon beigabenlos. An mehreren Punkten des christlichen Gräberfeldes erscheint gleichzeitig auch eine neue Bevölkerung, die ihre Toten noch mit Gefäßen und Waffen bestattet. Das Grab 2307 schließt sich dem Ende des ersten Bestattungshorizontes der neuen Bevölkerung an. Es ist schon W — О orientiert, jedoch knüpft es sich noch eng an die Bestattungen der spätrömischen Bevölkerung. 3 1 Die Fibel von Ártánd ist gleichfalls aus einem W — О orientierten Grab zum Vorschein gekommen und auch in seiner unmittelbaren Umgebung waren W — О orientierte Gräber. Ein kleiner Teil der Gräber des Gräberfeldes war auch hier N— S oder S —N orientiert, die Mehrheit der Gräber kann auf die erste Hälfte des 5. Jhs datiert werden. Wie wir sehen, dürften die sich der Fibel von Wulfen am besten anknüpfenden Parallelen im mittleren Drittel des 5. Jhs erzeugt worden sein und sind auch noch am Ende dieses Drittels in die Erde gelangt. Einige von ihnen sind offenkundig thüringisches Erzeugnis, so können wir auch das Exemplar von Artánd als ein solches betrachten. Laut J. Werner kann das Erscheinen der Wiesbadener Fibeln in entfernten Gebieten damit erklärt werden, daß thüringische Frauen außerhalb ihrer Heimat geheiratet haben. 3 2 In den Gebieten, wo die Tracht bedeutend von der Tragweise der Niemberger Fibeln abweicht, dort müssen wir tatsächlich mit dieser Möglichkeit rechnen. In Ártánd lagen aber unter den Schultern an beiden Seiten, mit ihrem Fuß nach oben die Fibeln ebenso wie auch im benachbarten Grab 185. In den gepidischen Gräbern des 5. und in den gotischen des 5—6. Jhs ist auch eine solche Tragweise der Fibeln zu beobachten. Nur bei den Gepiden des 6. Jhs treffen wir auch eine abweichende Tracht an. 3 3 Von der thüringischen Frauenbekleidung, so auch von der Tragweise der Fibeln gibt es nur spärliche gute Beobachtungen. In den Gräbern des 5—6. Jhs liegen sie im allgemeinen paarweise in der Beckengegend. Sie waren 2 8 Schmidt, В., Die späte Vülkerwanderungszeit (1961) 46., 60.; Ders., Die späte Völkerwanderungszeit (1976) 84. 2 9 Godlowski, K., Die Frage . . . 432.; Grtiszczjnska, A., Skarb jakich malo. Z Otchlani Wieków 43(1977) 183—188. 3 0 Godlowski, K., Die Przeworsk-Kultur der mittleren und späteren Kaiserzeit. ZfA 2(1968) 272.; Ders., The chronology ... 109—111. 3 1 Piding, R., a.a.O. I. 162., 164., 180. 3 2 Werner, ]., Zu einer . . . 254. 3 3 Bierbrauer, V., Zu den Vorkommen ostgotischer Bügeifibeln in der Raetia. II. BVbl 36(1971) 133., 148—149.; Bona, I., Der Anbruch . . . 42—44.