Folia archeologica 32.
Éva B. Bönis: A kálozi 1. számú „kocsi”-sír
162 E. TÓTII 56. Bron^eplatte mit Inschrift (Abb. 11) Das rechteckförmige Bronzeblech enthält das Fragment von 5 Reihen. Der ursprüngliche Rand der Inschrift ist an keiner Seite erhalten geblieben. Die Buchstaben wurden aus dünnem Silberblech ausgeschnitten, sodann mit sorgfältiger Arbeit in die gleichgroßen, ausgehobenen Buchstabengravuren der Tafel eingefügt. Wegen der inhaltlichen Geschlossenheit der Inschrift ist es anzunehmen, daß aus der Tafel nur die Umrahmung fehlt. An der linken Seite sind auch die ursprünglichen Anfangsbuchstaben der Reihen erhalten geblieben. An der rechten Seite fehlt ein 2—3 Buchstaben breiter Blechrand (Abb. 11—12). Die Inschrift ist die folgende: [I(ovi)] O(ptimo) [M(aximo )] e[. . .] ditor[. .] et F[o\rtun[ae\ fortissima\e\ leg(io) I. Adi(utrix) p(ia) f(idelis) i'[. .J T it us Sere (nius?) Diogen [.. .] [.] v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito) Inv.-Nr. 53.1885.1. = 10.1951.14 Ankauf von Ferenc Pulszky. Fundort: Brigetio. Maß: 11,6x8,9 cm. Literatur: CIL III 10 992.; Barkóczi L., Brigetio, DissPann II; 22. Budapest 1947. Nr. 65. Ders., The Population of Pannónia from Marcus Aurelius to Diocletian, Acta ArchHung 16,1964. Nr. 91/45. Aus der ersten Reihe der Inschrift, die auf Grund des Textes eine Dedikation an die Gottheit war, ist nur ein O-Buchstabe erhalten geblieben. Da der nächste Buchstabenplatz leer ist, dürfte dies nur der mittlere Buchstaben des proportioniert verteilten I. O. M. gewesen sein. Die zweite Reihe ist stark fragmentiert. Auf Grund des DITOR kann aber sicher festgestellt werden, daß es sich von dem aus dem Verbum ein Nomen bildenden Suffix -dit- handelt. Der CIL gibt von den zur Verfügung stehenden Wörtern die Möglichkeit E[t con] DITORfi], jedoch verweist auch auf die Ergänzung ex auditori. So verlockend auch die Ergänzung et conditori wäre, da dies weitere Schlüsse auf den Zeitpunkt der Erhebung von Brigetio zu einer colonia zulassen würde, ist diese Möglichkeit ausgeschlossen. Wegen den 3 Buchstabenstellen der zweiten Reihe geht nämlich dieser Text nicht aus. Die Reihe beginnt bestimmt mit dem Buchstaben E. Der Wortanfang mit dem L-Buchstaben kann auf Grund der Arbeit von O. Gradenwitz 1 1 nicht in Kombination kommen, da das mit et folgende Epitheton nach dem Beginn mit I. o. m. ziemlich ungewöhnlich ist. Wahrscheinlich hat das Attribut mit dem Buchstaben E begonnen. Nach Gradenwitz können mehrere Möglichkeiten: redditor, funditor, auditor , exauditor in Betracht kommen. Die ersten drei Wörter könnten nur nach dem Wörtchen et ausgeschrieben werden, jedoch wäre dann für die Wörter funditor et redditor der Platz nicht ausreichend. Die Buchstaben der Inschrift sind schön locker geschrieben. Das einzige Vorkommen des Attributs auditor hat schon E. Bormann unter CIL III 10 992 erwähnt: dies ist die Inschrift CIL V 8208. Für wahrscheinlicher halte ich die Lösung ohne 1 4 Grandenwitz, O., Laterculi vocum latinarum. (Leipzig 1904)