Folia archeologica 32.

Éva B. Bönis: A kálozi 1. számú „kocsi”-sír

INSTRUMENTA DOMESTICA 163­Bindewort. In diesem Fall kann exauditor das einzige Wort sein. Sein epigraphi­sches Vorkommen ist nur von einer numidischen Inschrift vom Anfang des 4. Jhs bekannt: I. O. AI. conservatori imperii d. n. (getilgt) Aug. et exauditori precum generis humani (303 u. Z., D 29 996). Die Seltenheit des Attributs schließt gerade im Falle unserer Inschrift nicht diese Möglichkeit aus: das Attribut Fortuna fortissima kommt gleichfalls selten auf Inschriften vor. Die 5. Reihe erwähnt die Legion von Brigetio (die I. adiutrix), während in der 6. Reihe der Name T. Sere. Diogenes steht (der grammatische Fall ist aber problematisch). In der 7. Reihe gibt der CIL die Ergänzung cust(os) [arm(orum)] an. Dies ist jedoch ein Irrtum. In der letzten Reihe ist proportioniert, jedoch das obere Drittel der aufgelockerter als der Text der Inschrift verteilten Buch­staben zu sehen. Die erste Buchstabenspur konnte ich aber nicht bestimmen. Die übrigen Buchstaben enthalten eindeutig die Abkürzung der Votiv-Formel. Mit dem letzten S-Buchstaben der 5. Reihe und mit der ersten unbestimm­baren Buchstabenspur der 7. Reihe habe ich mich noch nich befaßt. Die Bestim­mung und Auflösung dieser hängt aber zugleich auch von der Interpretation der Inschrift ab. Angesichts dessen, daß nach der Dedikation der Name der Legion folgt, hat das Votum die I. adiutrix erfüllt (deshalb ist ihr Name im Nominativ). Es fragt sich, in welcher Funktion T. Sere(nius) Diogen(es) auf der Inschrift steht? Es ergeben sich zwei Möglichkeiten: 1. Das Votum (bzw. die Fertigung des offerierten Gegenstandes, auf den sich die Inschrift bezog) wurde von der Legion erfüllt. Die Inschrift hat T. Serenius Diogenes, als Beauftragter besorgt, obzwar die übliche Formel ( curante usw.) fehlt. In diesem Falle müssen wir daran denken, daß das am Beginn der 7. Reihe feststellbare Zeichen die Abkürzung des Ranges von Serenius sein kann, der vielleicht ein centurio war. In diesem Falle ist der nach dem Namen der Legion stehende S-Buchstabe die Abkürzung des Kaiserattributs Severiana : SfevferianaJ], An diese Ergänzung können wir auch deshalb denken, da am äußersten Rand der Tafel die untere und obere Spitze der senkrechten Hasta des E-Buchstaben nach dem S vermutet werden kann. 2. Das Votum wurde von der Legion erfüllt, jedoch ist der Personenname nicht der Name der erfüllenden Person, sondern der des Kommandanten der Legion: in diesem Falle könnte man am Ende der 5. Reihe s\ub\ lesen. Nach dem Namen des Diogenes könnte noch leg. ausgeschrieben werden. Ein Legionskom­mandant, namens T. Sere. Diogenes ist uns zwar nicht bekannt, jedoch kommt das Nomen Serenius auch zwischen den Senatoren vor, deshalb kann auch diese Möglichkeit nicht völlig ausgeschlossen werden. Insofern das nach dem Namen der Legion stehende S das Fragment des Attributs Severiana ist, so wurde das Votum unter der Herrschaft von Alexander Severus erfüllt, da die Legion zu dieser Zeit dieses Kaiserattribut geführt hat. Die dieses Attribut enthaltenden Inschriften lassan sich gut zwischen 222 und 235 datieren. Von den 8 bekannten Vorkommen entstanden zwei Inschriften im Jahre 225 u. Z. (CIL III 13 364) und 228 (III 3524). Die dritte Inschrift wurde pro salute. .. S everi Alexandri gestellt (III 10 984 = RIU 413). An zwei weiteren Inschriften gibt das Gentilitium des Septimius der Widmer einen terminus post quem an (CIL III 14 355 2 3, RIU 464). Zwei Inschriften kann ich nicht datieren (CIL 11 079 und 4312), eine Inschrift ist wiederum wegen ihrer Fragmentiertheit unauswertbar (III 10 018).

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