Folia archeologica 31.

József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1978

AUSGRABUNGSTÄTIGKEIT 285 Grabkirche gewesen war, zu deren liturgischen Diensten das Mönchenkloster gegründet wurde. Wem sie als Begräbnisstätte errichtet war, bleibt noch immer nur eine Annahme. Es kann auch sein, daß sie doch mit Samuel Aba in Zusammenhang war, obwohl er ursprünglich nicht dort bestattet sein konnte. Das Geschlecht der Aba dürfte aber im 12. Jh. die Bestattungskirche erbaut und die Überreste des großen Ahnen des Geschlechts dort niedergelegt haben. Für wen immer sie gebaut war, mußte sie, nach ihren architektonischen Qualitäten zu urteilen, zweifellos mit einer hervorragenden Persönlichkeit ver­bunden sein. Lászlófalva : Die Forschung nach dem Denkmalmaterial der Rumänen an dem Gebiet der mittelalterlichen Siedlung „Szentkirály" wurde nach einer Unterbrechung von einigen Jahren 1978 fortgesetzt. A. Pálóczi Horváth hat die Freilegung an der Arbeitsstelle 3 mit dem Ziel vorgenommen, die Siedlungs­struktur im Zentrum des mittelalterlichen Dorfes klarzustellen. In der Achse der Siedlung wurde die Spurlinie der sich NW-SO ziehenden mittelalterlichen Fahrstraße bis 1974 in einer Länge von 150 m geklärt. Heute ist bereits ein Abschnitt von 200 m bekannt. О und SO von der Kirche, am Rand einer lan­gen Vertiefung wurde die Straße gebaut. Die Beobachtungen weisen darauf, daß die Straße gebaggert wurde, vor dem Ende des 16. Jhs. war dann die Vertiefung mit den Abfällen der Häuser aus der Umgebung aufgefüllt. An der NO-Seite der Fahrstraße wurde das Haus Nr. 4 freigelegt. Orien­tierung: NW-SO, L.: 17,7 m, Br. : 6,3 m. Es handelt sich um ein Wohnhaus mit Säulenwerk, Lehmwänden und 3 Räumlichkeiten. Am Boden konnte man drei Lehmbeschmierungen übereinander beobachten. Von der auf­gehenden Stampfwand aus gelbem Lehm ist eine dünne Schicht erhalten geblieben. In der in Flecken erhaltenen aufgehenden Wand hat man Holz­säulen entdeckt, die auch in dem Fundamentgraben zu finden waren. In der Mitte des Hauses wurde ein stark durchgebrannter Fleck freigelegt, dem von NO ein 60 cm langer, 15 cm breiter, rot und hart gebrannter Streifen folgt, den der Ausgräber für den Rand der Feuerstelle oder einen Backofenansatz hält. Die Einordnung des Grundrisses des Hauses Nr. 4 weist darauf, daß der mittlere Raum die Küche, der von diesem rechts liegende mit Kachelofen das Zimmer war; links lag eine kleinere Kammer. Das Fundmaterial des Hauses stammt aus dem 16. Jh., aus der Schuttschicht kamen auch drei Denare von Ferdinand I und eine Prägung aus dem Jahr 1546, zwei aus dem Jahr 1552 zum Vorschein. Die Vernichtung des Hauses ist so zu den Verwüstungen der Jahre 1594 — 99 zu binden. Es war auch zu beobachten, daß die Einwohner vor der Vernichtung des Dorfes mit all ihrem beweglichen Gut geflüchtet hatten. Am W-Rand des durchforschten Gebietes, also in den der Kirche am nächsten liegenden Abschnitten kamen aus einem arpadenzeitlichen Gräber­feld des gemeinen Volkes 9 Gräber zum Vorschein. Früher wurden schon um die Kirche Gräber gefunden, diese wiesen jedoch auf die 14—15. Jh. Der Ausgräber nimmt an, daß sich auch um die Kirche arpadenzeitliche Gräber befanden und so wurden die Gräber, als zum gleichen Gräberfeld gehörend, laufend numeriert; heute hält man bei Nr. 56. In den 1978 freigelegten Grä­bern lagen Schlafenringen mit S-Enden, welche diese in das 11. Jh. datieren.

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