Folia archeologica 31.
Fodor István: Honfoglalás kori korongjainak származásáról. A verseci és tiszasülyi korong
ZUM URSPRUNG DER UNGARISCHEN METALLSCHEIBEN DER LANDNAHMEZEIT DIE SCHEIBEN VON VERSEC UND TISZASÜLY Die großen, gegossenen, durchbrochenen Silber-oder Bronzescheiben, welche als Zopfschmuck der Frauen dienten, bilden einen der schönsten Objektentype der archäologischen Nachlassenschaft der Ungarn im 10. Jahrhundert. Ihr Fundkataster wurde zuletzt von D. Csallány zusammengestellt. Aus seiner Liste müssen wir die Funde No. 40 —41, 44 und 50 —52 streichen, da diese teilweise awarenzeitlich sind, teilweise aber zu einem anderen Objektentyp gehören; sie wurde jedoch von uns mit der Anführung von neueren Fundorten ergänzt, 7" 3 3 zu welchen wir die Scheibe unbekannten Fundortes, im Museum von Lausanne, Schweiz verwahrt, (Abb. 1,2), 3 3 gereiht haben, da sie zweifellos aus einem ungarischen Grabe stammt. Nächstliegend dazu ist das Scheibenpaar von Bukovapuszta (Abb. 1,1). Die ungarischen Metallscheiben der Landnahmezeit wurden durch ungarische Forscher von den durchbrochenen Scheiben der Saltowo-Kultur des Dongebietes aus dem 8 — 9. Jahrhundert abgeleitet. Wir ergänzen diese Annahme mit Ergebnissen der Untersuchung von zwei neueren Funden. 1. Das Museum von Versec (Vrsac, YVoiwodina, Jugoslawien) verwahrt eine durchbrochene, flache Bronzescheibe (Abb. 2—3), welche aus der Stadt oder aus deren Umgebung stammt; die Fundumstände sind jedoch unbekannt. Aufgrund der Semantik ihrer Darstellung kann sie aber mit Gewißheit in die Gruppe der ungarischen Scheiben mit ähnlicher Verzierung eingefügt werden, nur ihre Hängeöse wirkt fremdartig, doch findet man Parallelen dazu auf Scheiben der Awarenzeit im Karpatenbecken 4 7" 5 2 und auf osteuropäischen Stücken. Aus Versec sind bis jetzt zwei ungarische Grabfunde der Landnahmezeit bekannt, einer davon gehörte zu einem ärmlicheren, 4 2" 4 3 der andere zu einem reicheren (Abb. 4) Frauengrab. Diese Funde machen es wahrscheinlich, daß die Scheibe tatsächlich in Versec zum Vorschein gekommen ist. Auf der Scheibe von Versec wie auch auf ihren Parallelen mit ähnlichem Muster ist ein Pferd dargestellt, dahinter emporragende, verästelte Palmetten. Diese Darstellungen hatten einen ideellen Hintergrund, da die Scheiben von den Frauen als abwährende, glücksbringende Talismane, Amulette getragen wurden. Auf den einfacheren Scheiben ist der Sinn des Musters eindeutig: auf einigen können wir das Pferd deutlich vernehmen (Abb. 1), auf anderen wird unter dem Bauch des Pferdes auch der aus zwei Wurzeln vereinigte Stammansatz des Lebensbaumes veranschaulicht (Abb. 5, 1). Ähnliche Dar-