Folia archeologica 31.

Fodor István: Honfoglalás kori korongjainak származásáról. A verseci és tiszasülyi korong

LANDNAHMEZEITLICHE METALLSCHEIBEN 217 Stellungen sind auch auf verschiedenen anderen Gegenständen zu sehen. 58 01 Der ideelle Hintergrund der Darstellung steht mit der schamanistischen Glaubenswelt des Ungarntums im 10. Jh. in Zusammenhang, deren Spuren in den ungarischen Volksmärchen, 67 6 9 wie auch in der volkstümlichen Dar­stellungskunst 7 2 bis heute zu erkennen sind. Der Held der Volksmärchen findet unter den Zweigen des Baumes, der bis zum Himmel reicht, Pferde, mit deren Hilfe er den Wipfel des Baumes erklimmt. (Dieser Gedanke durfte in der Darstellung einer der Scheiben von Zemplén zum Ausdruck gekommen sein, wo sich unter dem Bauch des Pferdes keine Wurzel, sondern ein belaubter Zweig befindet: Abb. 6) Aller Wahrscheinlichkeit nach blieb in diesen Mär­chen die Gestalt des Schamanen erhalten, der zu den Geisterwesen der Oberen Welt strebt; auf diesem Weg wurde er von seinem Pferd (d.h. der Schama­nentrommel) getragen. Auf dem Weltbaum erreicht auch die Seele des Op­fertieres den Weg zu den Göttern der Oberwelt; deshalb wurde das Opfertier bei zahlreichen eurasischen Völkern beim „Heiligen Baum" getöte und die Haut (mit dem darin gelassenen Kopf und den Beinen) auf die Zweige des Baumes gebreitet, oder die ausgestopfte Haut auf eine Stange gesteckt. 87-93 Dieser uralte Ritus, ursprünglich den Indoeuropäern eigen, 74-7 9 war den Ahnen der Ungarn (Ugriern) von der Bronzezeit an bekannt gewesen. Daß die Wiedergabe des Pferdes und des Lebensbaumes auf demselben Bilde mit diesen schamanistischen Vorstellungen zusammenhängt, ist durch ähnliche Darstellungen auf Schamanentrommeln 9 8 und Amuletten 9 9" 10 0 be­wiesen. Diese weichen jedoch von den Mustern der Scheiben ab. Die unmittel­baren Vorbilder dazu finden wir dort, wo die Quellen der ganzen ungarischen Kunst des 10. Jahrhunderts zu suchen sind, nämlich in der postsassanidischen Kunst, wo vom 6—7. Jh. an ähnliche Darstellungen vorkommen, wie auch auf der Gemme von Ak-Depe, Turkestan (Abb. 5,2) und an der byzantini­schen Silberschale von Sludka. 103 a Die ungarischen Silberschmiede in Levedien nahmen sich also diese Darstellungen zum Muster. Für den Brauch des Tragens dieser Scheiben durfte uns jedoch ein anderer Neufund Bescheid geben. 2. Die nächste Parallele zur durchbrochenen, von schlechtem Silber gegos­senen Scheibe von Tiszasüly (Abb. 7 ; 8, 1 ) ist uns dem alanischen Gräberfeld von Perwomajskoe (Nordkaukasus) bekannt. 11 2 (Abb. 8, 2). Reiteranhänger, (ohne Rahmen), wo der Reiter die gleiche Handhaltung hat, wie jener auf unserem Stück, kommen in alanischen Gräbern des 7—9. Jhs. im Nordkau­kasus (z- B. Abb.9) i n vor, 11 3" 11 6 doch kommen einige Exemplare auch auf donaubulgarischem Gebiet vor. 16 3 Da die linke Hand des Reiters auf der Scheibe von Tiszasüly fehlt, könnten wir erwägen, ob hier vielleit ein beritte­ner Falkner dargestellt wurde. (Eine Parallele dazu würde der Beschlag einer Satteldecke vom Irtisgebiet bilden: Abb. 10.J 11 7 Doch nehme ich es an, daß die Handhaltung des Reiters von Tiszasüly ähnlich war wie derselben auf alanischen Anhängern und Scheiben vorkommenden.

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