Folia archeologica 30.
Attila Kiss: A Kölked-feketekapui avarkori germán temető és telep
KÖLKED—FEKETEKAPU 189 •die Siedlungsbenutzung aufgrund der Benutzungsdauer des Gräberfeldes auf sechs Generationen bewertet und jeweils eine Generation mit 30 Familien annimmt, so ist es in der Ansiedlung mit mindestens 180 Häusern zu rechnen. Zur Zeit kennen wir höchstens 55 % der Häuser. Legt man jedoch die Benutzungsdauer der in die Erde eingetieften Häuser nur auf eine halbe Generation, d. h. auf ungef. 15 Jahre fest — was realer erscheint - können wir in der Siedlung mit insgesamt 360 Häusern rechnen. In diesem Fall bedeuten aber die 99 freigelegten Häuser lediglich 28 % der gesamten Häuserzahl der Siedlung. Die weiteren Erscheinungen auf dem Gebiet der Siedlung schließen sich schon eher an die wirtschaftliche Tätigkeit ihrer Bewohner. Eine Gruppe der massenweise auftretenden Erscheinungen beweist die kontinuierliche Feldbestellung. Das geerntete Getreide bewahrte man in Getreidegruben auf; mit den in den Häusern verstreut in großer Zahl vorkommenden Mühlensteinen wurde das Getreide gemahlen und in den Backöfen, die zwischen den einzelnen Häusern standen, gebacken. Anhand einiger vollständig erhalten gebliebener Backofenöffnungen kann man selbst die maximalen Maße des Brotes bestimmen. Mit der Aufarbeitung des Tierknochenmaterials, das in den Häusern, Gruben und Herden gefunden wurde, hat man noch nicht begonnen. So kann man aufgrund der vorweg genommenen Knochenproben nur soviel feststellen, daß sich die Bewohner der Siedlung außer dem Getriedeanbau auch mit Viehhaltung befaßten, wie dies das Vorhandensein der Rinder-, Pferde-, Schweine-, Ziegen-, Schafs-, Geflügel- und Hundeknochen bestätigt. Das Vorkommen von Wildschwein-, Reh-, Hasen und Fuchsknochen beweist, daß sich die Bevölkerung der Ansiedlung auch mit der Jagd befaßte; die in großen Mengen vorkommenden Fischgräten deuten auf den Fischfang. Von den archäozoologischen Untersuchungen erwarten wir genaue Bestimmungen hinsichtlich der gezüchteten Tierrassen und-typen, von den Pollen- und Samenabdruckuntersuchungen aber die genaue Aufklärung über die angebauten Pflanzen. 5 Die auf dem Gebiet der Siedlung beobachteten Gräben liefern Angaben zur Struktur der Ansiedlung. Durch das innere Grabensystem wurde infolge seines Gefälles zur Donau hin der Oberflächenniederschlag abgeleitet. Die Länge, Breite und Tiefe der einzelnen Gräben war sehr unterschiedlich. Es kam auch ein kreisförmiges Grabensystem zum Vorschein. Der Durchmesser des inneren Kreisgrabens betrug 20 Meter, die Breite 5 Meter und die Tiefe 3 Meter. Dieser Graben war von einem äußeren, flachen Kreisgraben umgeben, der nur zur Wasserableitung diente. Dieses Grabensystem hat wahrscheinlich ein kreisförmiges Objekt umgeben, das spurlos verschwunden ist. Obwohl die Nähe von Siedlung und Gräberfeld ihre Zusammengehörigkeit logisch wahrscheinlich machen, unterstützen die archäologischen Beobachtungen auch die Annahme, daß beide Anlagen von ein und derselben Bevölkerung errichtet waren. Das parallele Vorkommen einer Reihe von Erscheinungen in den Gräbern und in der Siedlung - gestempelte Keramik, Stylusnadeln mit Löffelendung, punzierte Beschläge, Knochenkämme usw. — bestätigt die Zusammengehörigkeit; selbstverständlich ist vorläufig lediglich eine Gleichzeitigkeit zu beweisen. 5 Die Untersuchungen werden von J. Matolcsi und M. J. komlódy durchgeführt.