Folia archeologica 30.

Attila Kiss: A Kölked-feketekapui avarkori germán temető és telep

190 A. Kiss GESCHICHTLICHE FRAGEN Die Siedlung von Kölked-Feteketekapu liegt im südöstlichen Teil Trans­danubiens. Aufgrund meiner Untersuchungen, die im zweiten Band der Reihe „Cemeteries of the Avar Period in Hungary" veröffentlicht wurden, gehörte der breitere Umkreis des Fundortes - Transdanubien und näher das Komitat Baranya - nicht zum Kern des awarischen Siedlungsgebietes, war es eher in Randgebiet, wo unter der Herrschaft der Awaren die alte romanisierte Bevölkerung Pannoniens wie auch Germanen und Slaven lebten. 8 In dieses Bild fügt sich sehr gut unser Bild über das germanische Ethnikum der Bevölkerung von Kölked-Feketekapu. Aufgrund der Sclußfolgerungen, die wir aus dem Fundmaterial gezogen haben, wurde vom Awarenstaat nach der Auswanderung der Langobarden eine Gruppe der besiegten Gepiden zu Kölked-Feketekapu angesiedelt. Laut den vorläufigen Untersuchungen kann man die Frage, wo diese Gemeinschaft vor dem Sturz des Gepidenstaates gelebt hat, noch nicht stellen. Aufgrund des reichhaltigen Fund­materials aus dem Gräberfeld, der zahlreichen gut ausgestatteten Waffengräber darf man daran denken, daß diese Gemeinschaft den Awaren Waffendienst geleistet hat, dafür aber ihre wirtschaftliche Kraft und in gewissem Maße auch ihre gesellschaft­liche Einheit bewahrte. Insofern man aus einer Entfernung von 1400 Jahren auf militärische und strategische Überlegungen schließen darf, so kann man feststel­len, daß die Ansiedlung der Gemeinschaft in einer kaum bewohnten Zone Trans­danubiens und die Lage der Siedlung, an der Limesstraße mit der Bewachung der­selben im Zusammenhang gestanden haben kann. Mit dieser Aufgabe kann man das Zustandekommen dieser Siedlung erklären. Diese Aufgabe hat die Gemein­schaft bis 582, bis zur Einnahme Sirmiums durch die Awaren verrichtet, solange die awarischen militärischen Kräfte Transdanubiens auf dem Kriegswege gegen Sirmium zogen. 7 ZUR FRAGE DER A WARENZEITLICHEN ASSIMILATION Für die archäologischen Erscheinungen der Frühawarenzeit (spätes 6. und frühes 7. Jh.) ist eine große Mannigfaltigkeit sowohl im Fundmaterial als auch in den Bestattungssitten charakteristisch. Dieses Bild entspricht auch dem in den schriftlichen Quellen angegebenen: außer den Awaren werden Kutriguren, Gepi­den, Slawen, antike Bevölkerungsgruppen und andere Völkerschaften erwähnt. In der Spätawarenzeit gestalten sich das Fundmaterial und die Bestattungs­bräuche - trotz zwei weiteren Einwanderungen zur Awarenzeit - homogen. Da­bei erwähnen die schriftlichen Quellen noch am Ende des 8. Jahrhunderts Gepi­den 8 und antike Bevölkerungsgruppen, die auf dem Gebiet des awarischen Staa­tes gelebt hatten. Der scheinbare Widerspruch zwischen den schriftlichen und arch­6 Kiss, Л., Avar cemeteries in county Baranya. Cemeteries of the Avar period in Hungary. II. (Budapest 1977) 7 Der Sturz bzw. die Eroberung von Sirmium: Nagy, Г., AntH 2(1948) 149.; Ostrogorsky , G., Geschichte des byzantinischen Staates. (München 1963) 68. 8 Die späte Erwähnungen der Gepiden. Schmidt, L., Die Ostgermanen. (München 1941) 543.; Serin, H., Die Gebiden. (München 1955) 176-192.; Csallány, D., Archäologische Denkmä­ler der Gepiden in Mitteldonaubecken. AH 38. (Budapest 1961) 14-15.

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