Folia archeologica 30.
Attila Kiss: A Kölked-feketekapui avarkori germán temető és telep
188 A. Kiss DIE SIEDLUNG (Abb. 1,2) 200 Meter nördlich vom Sippengräberfeld, ebenfalls dem Lauf der Donau folgend, an deren Ufer, erstreckt sich die Siedlung auf einem 60 Meter breiten Streifen. Die Ausdehnung der Siedlung haben wir mittels Sondierungsgräbern in einer Länge von 360 Meter verfolgt. Den nördlichen Rand haben wir noch nicht gefunden. Vom Gebiet der Siedlung wurde in einem Abschnitt von 240x40 Meter und mit den sich daran anschließenden Forschungsgräbern eine Fläche von 12 500 m 2 freigelegt. Auf dem Gebiet der Siedlung legten wir in die Erde vertiefte Häuser, Becköfen, Gruben, Brunnen, ein Grabensystem und Pfostenlöcher frei. Im Gegensatz zum Gräberfeld, das einen gewissen Reichtum an Fundmaterial (Waffen, Gold-, Silber- und Bronzgegenstände) aufweist, ist die Siedlung sehr arm an Fundgut. Der Grund hierfür ist offensichtlich, daß die Bewohner in den Häusern keine Wertgegenstände hinterlassen haben. Was aber zum Nachdenken anregt, ist die Frage, ob die laut Beweis des Gräberfeldes reichbewaffneten Männer und teuren Schmuck tragenden Frauen und deren Familien auch in die Erde eingegrabene Häuser bewohnt hatten ? In der Siedlung haben wir 99 Häuser freigelegt, die alle in die Erde eingegraben waren. Ihre Ausmaße bewegten sich im Durschchnitt um 2x3 Meter oder 3x3 Meter, doch gibt es auch weitaus kleinere Häuser, aber auch einige viel größeren Ausmaßes. Die größten Häuser weisen eine 5x5 Meter bzw. beinahe 6x6 Meter große Grundfläche auf. Die Eintiefung der Häuser war sehr unterschiedlich, die Tiefendaten bewegen sich um 40 bis 190 cm und angrenzende Werte. Die Häuser, die weniger tief als 40 cm eingegraben waren oder vielleicht auf der Erdoberfläche standen, waren infolge der intensiven Bodenbearbeitung nicht mehr zu beobachten. Die Anzahl der inneren Pfosten bewegte sich zwischen ein und sechs Pfosten, aber einige kleinere Häuser wiesen keine Pfostenlöcher auf. Die Unterschiede im Fundmaterial zwischen den einzelnen Häusern ist nur chronologisch zu erklären. Die einander nahestehenden Häuser haben sich in mehreren Fällen geschnitten; doch kann man den absoluten Zeitunterschied, der zwischen den sich schneidenden Häusern besteht, vor einer ausführlichen Analyse des Fundmaterials nicht festlegen. Zur Inneneinrichtung der Häuser gehörte - im allgemeinen - ein Steinherd. Diese Herde wurden trocken, also ohne Mörtel bzw. Verputz errichtet, u. zw. mit einer Scheinwölbung. Das Material für die Steinherde wurde vom Gebiet des nahe gelegenen einstigen römischen Lagers herangeholt. Die Orientierung der Häuser richtete sich nicht nach dem Gelände, d. h. nach dem Abhang, sondern nach der herrschenden Windrichtung. Von der Struktur der Ansiedlung kann man vorerst soviel sagen, daß es so aussieht, als ob die Häuser inselartig angeordnet wären, doch ist dieses System wegen der langen Benutzungszeit der Siedlung und der mehrmaligen Hausüberschneidungen nicht immer eindeutig. Die Siedlung von Kölked-Feketekapu ist mit ihren 99 freigelegten Häusern zur Zeit der größte frühmittelalterliche freigelegte Siedlungsteil im Karpatenbecken. Diese Tatsache ist aber eher auf den Rückstand der Siedlungserforschung zurückzuführen als auf die absolute Größe dieser Siedlung. Wenn man die Lebensdauer der in die Erde vertieften Häuser auf höchstens eine Generation schätzt,