Folia archeologica 30.
Attila Kiss: A Kölked-feketekapui avarkori germán temető és telep
KÖLKED—FEKETEKAPU 187 DIE GRÄBERFELDER a) Das Sippengräberfeld (Abb. 1,1) Ex kamen 680 Gräber zum Vorschein, was etwa 75 bis 85 % des gesamten Gräberfeldes ausmacht. Weitere Ausgrabungen auf dieser Fläche waren aus technischen Gründen und infolge Zerstörungen nicht möglich. In chronologischer Reihenfolge erstreckt sich das Gräberfeld von Norden nach Süden und von der Siedlung in entgegensgesetzte Richtung. Die frühesten Gräber liegen an der Siedlungsseite, die jüngsten am weitesten davon entfernt. Die frühesten Gräber stammen aus dem lezten Drittel des 6. Jahrhunderts, die jüngsten aus dem 8. Jahrhundert. Die im ältesten Teil des Gräberfeldes freigelegten Trachtenstücke, Waffen und Gefäßformen weisen charakteristische germanische Formen auf. Mit der Verjüngerung des Gräberfeldes verringert sich der Anteil der germanischen Formen beständig, ihren Platz nehmen die awarenzeitlichen Formen ein. Das Material der jüngsten Gräber unterscheidet sich in nichts mehr vom Fundmaterial Transdanubiens, ja, man kann sagen, von dem der Gräberfelder des Karpatenbekkens aus dem 8. Jahrhundert. Die gesamte Anzahl der Gräber läßt sich auf ungef. 900 schätzen, die Benutzung des Gräberfeldes auf 180 Jahre, von 570 bis 750; wahrscheinlich wurden hier sechs Generationen bestattet. Das heißt, die Zahl der zu einer Zeit lebenden Menschen kann man auf 150 Personen schätzen. Wenn wir die durchschnittliche Familienmitgliederanzahl im Frühmittelalter mit sieben rechnen, dann haben in Feketekapu gleichzeitig 21 Familien gelebt; wenn wir die Zahl der Familienmitglieder mit fünf festlegen, so waren es ungef. 30 Familien. Die demographische Schätzung ist sehr vielsagend, u. zw. nicht nur deswegen, weil sie gleiche Ergebnisse aufweist mit den Daten über Dörfer mit ähnlicher Einwohnerzahl im 11. Jahrhundert, die auf gleichem Gebiet unter gleichen Lebensformen existierten, 4 sondern auch deshalb, weil sie Aufklärung geben kann über die Zahl der noch freizulegenden Häuser der Siedlung. b) Das Familiengräberfeld Auf dem Gebiet der awarenzetlichen Siedlung wurde 1976/1977 ein Gräberfeld freigelegt, das aus 25 Gräbern besteht und hervorragende Funde aufweist. Die Gräber sind gleichaltrig mit den frühesten Gräbern des großen Gräberfeldes. Die geographische Entfernung (300 Meter) der reichen Gräber einer vornehmen Familie zu Feketekapu vom Sippengräberfeld kennzeichnet die Absonderung einer Familie von der Gemeinschaft, die von ihre geführt wurde. Die Auswertung dieser Frage verlangt noch weitere Forschungen. 4 Györffy, Gy., Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte in Ungarn bis zum Anfang des XIV. Jahrhunderts. StudHist 42. (Budapest 1960) 11-12.; Ders., Magyarország népessége a honfoglalástól a XIV. század közepéig. In: Magyarország történeti demográfiája. (Budapest 1963) 49.