Folia archeologica 27.
József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1974 - II. Pál Patay: Vorbericht über die Ausgrabungen zu Poroszló-Aponhát
POROSZLÓ- APONHÁT 199 Abb. 5. Bronzcnadcln (Details) 1:2 Die Keramik weist verhältnismäßig wenige Formen auf. Die zuweilen sehr großen Urnen sind meistens kugelförmig gebaucht, mit ausladendem, oft facettiertem Rand. Auf ihrem Hals kommen oft waagerechte oder girlandartig umlaufende, am Bauch senkrechte, schräge oder girlandartige Kanneluren vor. Zuweilen begegnen wir auch turbanartig facettierten Schultern. An der Schulter kommen Henkel und zuweilen ganz mächtige, aufrecht stehende, zumeist mit Kanneluren verzierte Buckel vor (Abb. 2: 1-2). Ihre Farbe ist im allgemeinen schwarz. Es gibt eine eigenartige Urnenform; eine niedrigere, gedrücktere, dessen Bauch mit ringsumlaufenden, mit kammartigen Gerät eingeritzten, wellen- oder zickzackförmigen Linienbündeln verziert ist. Am Bauch heben sich auch halbmond- oder kreisförmige plastische Verzierungen hervor ( Abb. 2: 4). Ihr Rand ist oft bogenrund. Sehr charakteristisch für sie ist, daß ihre Farbe stets hell, gelb oder braun ist. Der Rand der größeren Schüsseln ist meist ausladend und kanneliert. Sehr viele von diesen sind gleichfalls bogenrund (Abb. 2: 6). Einzelne stehen auf kleinen Hohlfüßen (Abb. 2: 7-8) und in ihrem Inneren, in der Mitte gibt es oft ringsum laufend kannelierte, kleinere oder größere Wülste (Abb. 2:8). Der Rand der mittelmäßigen und kleineren Schüssel ist oft turbanartig ausgebildet (Abb. 2: 9). Unter den Henkelschalen gibt es tiefe oder flachere Formen, an deren Seiten ein kleinerer, halbkreisförmiger Henkel sitzt (Abb. 2: 11). Der Mundrand dieser ist im allgemeinen ein unregelmäßiger Kreis; neben dem Henkel ist er mehr oder weniger eingedrückt, zuweilen erhöht sich auch der Rand. Der Henkel einer anderen Schalenform ist überrandständig. Die Form dieser ist im allgemeinen gedrungener, ihr Rand kanneliert (facettiert) und ihr Inneres von einem sternförmigen oder halbkreisförmigen, fein kannelierten Muster verziert, in dem sich zuweilen auch plastische Linsen befinden (Abb. 2: 10). Eine charakteristische Form der Hauskeramik ist ein ovaler Topf. Unter seinem Rand sind im allgemeinen vier längliche Buckel (Abb. 2:8). Auch unter diesen gibt es welche mit bogenrundem Rand ( Abb. 2: 12). Unter den Unika können wir ein vogelförmiges Gefäß erwähnen, dessen Kopf leider fehlt (Abb. 3:1). Es sind verhältnismäßig auch viele Miniaturgefäße (Spielzeug) zum Vorschein gekommen (Abb. 3:2-6); viele von ihnen ahmen die Form und die Eigenartigkeiten der echten Gefäße nach, so z. B. auch die aufrecht stehenden Buckel (Abb. 3: 3). Im Laufe der Ausgrabung sind auch zwei Prismenidole zum Vorschein gekommen, in deren Mitte sich ein halbseitiger, fingerartig gegliederter Wirtel befindet (Abb. 4: 8-9). 1 1 Es 1 1 Ein ähnliches Exemplar bewahrt das Déri-Museum zu Debrecen. Sőregi , ]., Jelentés Debrecen 1930. Abb. 1, obere Reihe, zweite Abb. von links. Inv.-Nr.: 62/1929. 8.