Folia archeologica 27.

József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1974 - II. Pál Patay: Vorbericht über die Ausgrabungen zu Poroszló-Aponhát

200 P. PATAY Abb. 6. Überreste des Herdes XI/B gab auch drei kleine Tieridole; zwei von diesen sind bestimmt Pferde ( Abb. 3 : 7-9). Auch zahl­reiche, 2-3 cm dicke Torneifenfragmente von 8-10 cm Durchmesser befinden sich unter den Funden. Zwei Tonlöffel (Gießlöffel?) sollen hier ebenfalls erwähnt werden (Abb. 4:1). Eines der hervorragendsten Funde der Ausgrabung 1971 ist ein aus Geweihsprossen angefertigtes Rohr. An beiden Enden beweisen je 2 Löcher, daß es an irgendeinen, durchgezo­genem Riemen befestigt war. Die Oberfläche ist an beiden Seiten mit eingravierten Zahnmu­stern verziert (Abb. 4:5). Es kamen auch noch ein kleiner halbkugelförmiger Beinknopf ( Abb. 4:3), ferner ein einfaches, geschliffenes Beil (Abb. 4: 6) und eine Steinkeule (?) zum Vor­schein, deren Bohrungen beiderseits nicht zu Ende geführt worden waren (Abb. 4:4), was soviel beweist, daß geschliffene Steingeräte auch im Laufe der Spätbronzezeit noch in Gebrauch waren. Bronzegegenstände waren nur in geringer Menge vorhanden. Das Fragment der Schneide eines Tüllenbeils und einer Platte (Säge ?) haben keine besondere Bedeutung. Es waren mehrere Nadeln bzw. auch Nadelfragmente gefunden. Ihr Kopf ist aus kleineren bzw. größeren Doppel­kegelstümpfen zusammengesetzt bzw. rund. Der obere Teil des Körpers zweier Examplare war mit Linien fein verziert; von diesen hatte die eine einen tordierten Hals (Abb. 5). Sehr bedeutend sind die auf der Siedlung gefundenen Gießformen trotz dessen, das eine jede von ihnen fragmentiert ist. Die eine ist wahrscheinlich die Form einer Nadel, die andere die eines verzierten Tüllenbeils mit geradem Rand (Abb. 4:2), die dritte vermutlich die Form eines Schwertes oder Dolches mit Griffangel (Abb. 4:7). Der Tüllenbeiltyp, der in der fraglichen Form gegossen wurde, ist wohlbekannt und für das Ende der Periode HA bezeichnend. Ebenso wie auch die Bronzenadeln. Aber auch die Keramik weist die charakteristischen Züge derselben Periode auf wie z. B. die Facettierung der Gefäßränder, die turbanartig facettierte Ausbildung der Schüsselränder bzw. der Gefäß­schulter, die flacheren, von innen verzierten Schalen mit überrandständigem Henkel. Diese Eigenartigkeiten können einerseits in der frühen Periode der Vál-Kultur Transdanubiens, andrerseits in der Keramik der Spätphase der Piliny-Kultur (Kyjatice-Kultur) angetroffen wer­den. Alldies bestimmt das Alter der Siedlung von Poroszló-Aponhát auf die Periode HA,.

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