Folia archeologica 25.
Pavel J. Michna: Archäologische Nachweise der mährisch-ungarischen Beziehungen im 15. Jahrhundert
186 P. J. MICIINA Jahre 1455—1457." Der Heizkörper bestand aus neun Grundtypen von Kacheln, die das ganze charakteristische Reichtum der spätgotischen plastischen Ornamentik aufwiesen. Einige waren durchbrochen, d. h. die frontale Relieffläche wurde noch im feuchten Zustand in Form eines gotischen Spitzbogenfensters oder Portals ausgeschnitten. In der so entstandenen Nische des Typs 5. der Holl' sehen Einteilung saß eine Ritterfigur auf trabendem Pferd. Diese Ofenkachel mit dem Turnierreiter verlieh der ganzen Gruppe den Namen: Ritterofenkacheln. Der Töpferton der Kacheln ist ziegelrot gebrannt, die Stirnseite ist engobiert und mit grüner oder kastanienbrauner Glasur bedeckt. Von den erwähnten neun Typen sind für das mährische Material die folgenden von besonderer Bedeutung: G Holl, I., BpR 18(1958) 211—300.