Folia archeologica 24.

László Barkóczi: Beiträge zur Steinbearbeitung in Pannonien am Ende des 3. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts

80 L. BARKÓCZI Abb. 8. Die Verzierung des schmalen Teiles des Steindenkmales und an beiden Enden die zwei grifförmigen Verlängerungen weisen darauf hin, daß die In­schrift waagerecht an das Ziegel- oder Steingrab gelegt wurde und es besteht eine große Wahrscheinlichkeit dafür, daß es nicht im Freien, sondern in einer Grab­kammer gestanden haben dürfte. 2 8 Die Bearbeitung des Porträts kann wegen des späteren Entzweischneidens des Steines nicht genau verfolgt werden. Die erhalten gebliebenen Teile der Haartracht sind in vieler Hinsicht dem Haar des auf dem Denkmal des Ursinus ducennarius von Brigetio sichtbaren Kinderporträts (Abb. 3) ähnlich oder noch mehr dem Porträt des Grabdenkmales von Aur. Valens aus Intercisa (Abb. 25). Die Fibel ist charakteristisch ausgearbeitet. Sie kann weder mit den T-Fibeln der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts, noch mit den am 3. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts in Gebrauch befindlichen Fibeln mit großem Bügel identifiziert werden. 2 9 Sie stellt unbedingt einen späteren Typ dar; es ist nicht ausgeschlossen, daß sie mit den breiten vergoldeten Bronze plattenfibeln zu vergleichen ist 3 0 und dann kann sie nicht älter als die Mitte des 4. Jahrhunderts sein. 4. In Intercisa, in dieser an orientalischen Traditionen reichen Stadt kann die Kontinuität der zu Beginn des 3. Jahrhunderts einsetzenden, jedoch bereits auf breiten Basen tätigen Steinmetzarbeit in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts und zu Beginn des 4. Jahrhunderts in ihren Zusammenhängen bereits besser beobach­tet werden, als z. B. in Brigetio. 3 1 Um diese Kontinuierlichkeit verfolgen zu können, haben wir aus dem reichen Material von Intercisa drei solche Gruppen ausgewählt, die in die Reihe der in der ersten Hälfte des Jahrhunderts hergestellten Produkte der Steinmetzen nicht mehr eingefügt werden können und die spätesten Stücke ihrer einzelnen Typen sich bis zu den ersten Jahrzehnten des 4. Jahrhund­erts verfolgen lassen. 2 8 Auf die waagerechte Lage der Grabtafel lenkte meine Aufmerksamkeit L. Török. 2 9 Kovrig, I., Die Haupttypen der kaiserzeitlichen Fibeln in Pannonién. DissPann II : 4. (Bp. 1937) 125ff., Taf. XXII-XXIII. 3 0 Ebd. 126., Taf. XXIV. 3 1 Bezüglich des Denkmalmaterials von Brigetio vgl. Barkóczi, L., Brigetio. - Mitteilung und Auswertung des Steines von Intercisa: Erdélyi, G., Intercisa I. AH 33 (Bp. 1954) 169-231. mit weiterem, ausführlichem Schrifttum.

Next

/
Thumbnails
Contents