Folia archeologica 24.

László Barkóczi: Beiträge zur Steinbearbeitung in Pannonien am Ende des 3. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts

STEINBEARBEITUNG IN PANNONIÉN 81 In der späteren Phase des 3. Jahrhunderts kann demnach auch in Intercisa bei gewissen Grabdenkmalgruppen die einfachere Ausführung, das Fehlen der ornamentalen Elemente beobachtet werden. Im allgemeinen sind diese dicke, grobe, jedoch sehr charakteristisch ausgearbeitete Stücke und weisen in den meisten Fällen keine Opferszenen auf. 3 2 In Intercisa gibt es solche Stücke, die G. Erdélyi um das Grabdenkmal von M. Aur. Rufinianus, dem einstigen Soldaten der legio I adiutrix gruppierte. 3 3 Die Verfasserin bemerkt, daß die Frau eine für das Zeitalter von lulia Mammea charakteristische Haartracht hat, das kurze Haar und der Bart des Mannes hin­gegen in der Reichskunst vom Zeitalter des Maximinus Trax in Gebrauch war. Dieselbe Einfachheit charakterisiert das Grabdenkmal von Ael. Munatius, dem capsarius der cohors Hemesenorum, wo nach Feststellung von Erdélyi 3 4 die Barttracht des Mannes der von der Mitte des 3. Jahrhunderts einheimisch ge­wordenen Mode folgt. Die chronologische Parallelisierung mit der römischen Großkunst in einer Provinz kann nicht immer akzeptiert werden und insbesondere dann nicht, wenn sich der Aufbau der Steindenkmäler nicht unter die in der ersten Hälfte des Jahrhunderts gebrauchten Grabtafeln einfügen läßt. So stammen diese Denkmäler schon jedenfalls aus der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, be­sonders dann, falls das zu dieser Gruppe gehörende, ähnlich aufgebaute Stück bereits die späten Stilmerkmale an sich trägt. Wenn auch seiner Ausführung nach nicht, so gehört zufolge seines Aufbaues - wie dies auch Erdélyi bereits festgestellt hat 3 5 - das Grabdenkmal von Aelius Caesumarius dennoch zu den beiden vorangehend erwähnten Stücken. Die im eingetieften Bildfeld ausgearbeiteten Figuren sid flach und die vielmehr nur mar­kierten, als ausgearbeiteten Kleiderfalten weisen ebenso wie bei den späteren Stücken von Brigetio, Szentendre oder den anderen späteren Stücken von Inter­cisa bereits auf den Ausgang des 3. und den Beginn des 4. Jahrhunderts hin. Wie wir später sehen werden, hat G. Erdélyi nicht bloß zufälligerweise das Stück mit dem Grabdenkmal von Medomus Super, dem einstigen Soldaten der legio II 3- Ebd. 192. mit weiterem Schrifttum. 3 3 Ebd. 192. Nr. 28., Taf. XL, 1. - Weitere Zusammenhänge: ebd. 3 1 Ebd. 193. Nr. 18., Taf. XL, 3. 3 5 Ebd. 193. Nr. 71., Taf. XL, 2. <j Folia Archaeologica 1973

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