Folia archeologica 23.
Török Gyula: Halottcsonkítás egy dunavarsányi avar sírban
LEICHENVERSTÜMMELUNG IN EINEM AWARENGRAB VON DUNAVARSÁN Y In Dunavarsány, an der Kreuzung der Straßen Hősök útja und Határ út stieß man bei Bauarbeiten auf ein awarisches Grab (Grab i). Bei der Kontrollausgrabung wurden nebenan noch zwei weitere Gräber freigelegt (Grab 2 und 3). Als Ergebnis der Bergungsgrabung soll folgendes hervorgehoben werden. Das Grab Nr. 2 hat interessante Resultate ergeben. Den Ecken des Grabes schlössen sich Spuren vermoderter Pfähle von rechteckförmigen Querschnitt an, zu denen die die Grabwand bedeckenden Bretter liefen. Der Boden des Grabes dürfte seinerzeit an Ort und Stelle zu einer Sarggrube umgeändert worden sein. Diese Bestattungsweise ähnelt den Bestattungen des 9. Jahrhunderts, die in Särgen mit Grifflügeln vorgenommen worden sind, doch kann mit diesen nicht identifiziert werden. In der Nähe der Gräber Nr. 2 und 3 verlief der Umfassungsgraben des Gräberfeldes. Seine Tiefe betrug von dem derzeitigen Niveau 154 cm. In 120 cmTiefe beträgt die Grabenbreite 116 cm, demnach dürfte die Grabenbreite an der Oberfläche zwischen 2-3 m gewesen sein. Die auch im Vergleich zu den freigelegten Gräbern größere Grabentiefe hat die Grenze des Gräberfeldes gesichert und diesen von der damaligen Weide, vom buschigen Gelände oder Wald getrennt. Von dem Material des Grabes Nr. 1 ragt mit seiner sorgfältigen Ausführung ein vergoldetes Bronzeohrgehängenpaar mit Glasanhänger hervor. Am Oberrand des ovalen Ohrgehänges sitzt zwischen zwei kleinen gegliederten Bändern (statt einer Glasperle) eine hohle Bronzeblechkugel ; am unteren Bogen wurden fünf, zwischen Bänder gefaßte bronzene Kugelchen und an sie Anhänger aus sechsseitigen grünen Glasperlen befestigt. - Das im Grab gefundene Gefäß wurde an der Drehscheibe hergestellt. Es trägt Spuren einer Bemalung und den Stumpf eines abgebrochenen Henkels. Es ist vom Beginn der zweiten Hälfte der Awarenzeit ein gut bekannter Typ. Die verwandten Typen wurden von den Töpfermeistern, die aus dem Siebenstromland Asiens und dem kaukasischen Vorraum Südosteuropas stammen, erzeugt. Leichenverstümmelung in Grab Nr. 3. Diese verdiente eine eigene Aufmerksamkeit, da sie gut beobachtet und auch photographisch festgehalten werden konnte. Im Grabe lag das Skelett eines Mannes mit starkem Knochenbau. Beim Fußteil des Grabes wurde eine größere Stelle freigelassen für denjenigen, der sich anläßlich der Bestattung hinunterbegab, die Enden der Beine zusammenbinden konnte. Hiernach wurden die beiden Fusse oberhalb der Fersenbeine abgeschnitten und das eine über dem rechten Oberschenkelknochen quer, das andere neben dem rechten Unterschenkel hingelegt. Das Abschneiden des Kopfes dürfte etwas schwieriger gewesen sein; auch die Erde unter dem auf die Seite gedrehten Kopfe wurde dadurch aufgewühlt. Beim Abschneiden des Kopfes kam ein Halswirbel