Folia archeologica 23.

Török Gyula: Halottcsonkítás egy dunavarsányi avar sírban

194 GY. TÖRÖK getrennt zu liegen. Das enge Zusammenbleiben der Fersen-, Mittelfuß- und Zehenknochen auf dem Oberschenkel - bzw. beim Unterschenkelknochen spricht für die absichtige Leichenverstümmelung. Die Angst vor dem Zurückkehren des Todes ist uns aus den Spuren des gegen die Rückkehr geführten Kampfes von der Urzeit bis zu den Bestattungssitten der primitiven Völker von heute wohlbe­kannt und kam auch in den Gräbern der ungarischen Landnehmer vor. Trotz der großen Anzahl der Gräber der awarischen Gräberfelder ist es äußerst selten zu Leichenverstümmelungen gekommen. Individuelle Eigenartigkeiten dürften wahrscheinlich bestimmt zu haben, wem gegenüber dieser Ritus angewendet wurde. Wahrscheinlich waren diejenigen diesem Schicksal ausgesetzt, die in ihrem Leben entweder Grausamkeiten verübten oder über solche körperliche und geistige Fähigkeiten verfügten, die von ihren Angehörigen nicht verstanden werden konnten, deshalb für Zauber, Magie, Hexerei galten, also mit einem Wort furchterregend waren, folglich man die Rückkehr des Toten für unerwünscht hielten. Zu dieser Frage wünschten wir mit der Beobachtung dieser neueren Freilegung beizutragen.

Next

/
Thumbnails
Contents