Folia archeologica 21.
B. Bónis Éva: A brigetioi sávos kerámia
DIE STREIFENVERZIERTE KERAMIK AUS BRIGETIO Die streifenverzierte Keramik von Brigetio (Szőny) ist eine den Forschern Pannoniens allgemein bekannte Gefäßgruppe. 1 Ihre Benennung hat sich ebenso im Laufe der Praxis ausgebildet, wie die Bestimmung „pannonische graue Ware". Angesichts der Verbreitung dieser keramischen Gruppe könnte man auch von einer „pannonischen" steifenverzierten Keramik sprechen, doch kommt sie am häufigsten unter den Funden von Brigetio vor, und wie wir sehen werden, erreicht ihre Erzeugung an diesem Ort ihren Aufschwung und wird auch hier am längsten betrieben. Unter streifenverzierter Keramik verstehen wir jene Gefäßgruppe verschiedener Form, die auf hellem Grund im oberen Zweidrittel der Gefäße oder in der Mitte in breitem Streifen mit roter Bemalung bedeckt ist. Die rote Bemalung hat entweder keine Verzierung oder besteht teils aus - die Grundfärbung freilassenden - Streifen oder ist mit Rädchenverzierungen bedeckt. Letztere wechseln oft miteinander oder zuweilen auch mit eingetieften Wellenlinien. Die Vorführung zahlreicher streifenverzierter Gefäße aus Brigetio im Rahmen entsprechender Fundkomplexe, erfolgt später, anläßlich der Publikation des kompletten Fundmaterials. Die Doktorarbeit von K. Sz. Póczy über die Keramik von Brigetio ist leider bis jetzt noch nicht im Druck erschienen. 2 Die Aufarbeitung des Materials der Gräberfelder 3 und Töpfersiedlungen 4 von Brigetio ist im Gange. Der vorliegenden Untersuchung auf dem Gebiete der streifenverzierten Keramik von Brigetio verlieh die unlängst in das Ungarische Nationalmuseum gelangte, zusammengehörende Fundgruppe eine Aktualität. Dieser Fundkomplex vertritt die zur gleichen Zeit erzeugten Varianten dieser Keramik. Die auf dem Gute der Familie Tussla zu Szőny zum Vorschein gekommenen Gefäße wurden beim Bau der Eisenbahnlinie an beiden Seiten der Landstraße gefunden. Nach L. Barköczi fiel das Gut Tussla auf das Gelände des Castrums und der von diesem südlich und östlich gelegenen Militärstadt von Szőny. 6 Die unten vorgeführten zwölf Gefäße zeigen solche Eigenartigkeiten, daß sie ruhig als Fundkomplex behandelt werden können. Die henkellosen Krüge verbindet in unserem Material mit den henkligen Kannen die Ähnlichkeit der beim Brand aufgesprungenen Oberfläche. Der Topf von waagerechtem Rand und das kugelige Gefäß tragen dieselben Rußflecke, wie einzelne henkellose Gefäße. Die Tussla-Sammlung mit ihrer zusammenhängenden geschlossenen Gruppe stellt höchstwahrscheinlich das keramische Material eines zusammengestürzten Ofens dar. Den Ofen dürfte man im Zusammenhang mit irgendeinem kriegerischen Ereignis plötzlich verlassen haben und so kam es nicht zur Herausnahme der Gefäße bzw. zum Zerbrechen der Fehlbrandstücke. Das Material stellt eine Typen-