Folia archeologica 21.

B. Bónis Éva: A brigetioi sávos kerámia

STREIFENVERZIERTE KERAMIK 87 serie von henkellosen Gefäße und Henkelkannen dar. Im weiterem suchen wir auf Grund der im Nationalmuseum aufbewahrten sonstigen bemalten, rotgest­reiften Gefäße den Platz dieses zusammenhängenden Fundkomplexes im Rahmen des Gefäßmaterials von Brigetio. 1 . In unserem Material ist die Leitform der henkellose Krug mit trichterförmig ausladendem Rand (Abb. 1/1-7). Im Tussla-Material ist der Körper des Gefäßes nicht mit Rädchenverzierungen bedeckt. Ihre allernächste Parallele (Abb. 6/1) kam mit einer Volutenlampe zusammen aus einem Erdgrab zum Vorschein. 7 Das Gefäß ist von einer bräunlichroter Bemalung bedeckt und die bemalte Ober­fläche wird von Streifen im System 2-1-2 gegliedert. Auf der Lampe sehen wir eine Herakles-Maske. Der Gebrauch dieses Lampentyps in Pannonién hält bis zur Zeit des Mark Aurels an. 8 Die länglichen, henkellosen Krüge wurden in Brigetio auch in schmuckhafterer Ausführung erzeugt. Das an der Schulter und am Bauch mit Rädchenverzierung versehene Gefäß (Abb. 5/1 = Abb. 7/3) stammt aus dem Brandgrab Nr. 4 des sog. Gerhát-Graberfeldes. 9 Es ist in die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts zu datieren. Eine noch entwickeltere Verzie­rung weist das Gefäß aus der Fleißig-Sammlung auf (Abb. 5/2 = Abb. 6/2), an dem, außer den Rädchenverzierungen, auch noch Wellenlinien zu sehen sind. 10 Dieser Gefäßtyp bleibt in Brigetio auch weiterhin in Gebrauch. Auf Grund des Glasgefäßes, - das neben dem aus dem Brandgrab Nr. 61 des sog. Sörházkerti­Gräberfeldes stammenden henkellosen Krug (Abb. 5/3 = Abb. 7/4) gefunden wurde - und der weiteren Fundumstände, stammt das Tongefäß aus dem zweiten Jahrzehnt des 3. Jahrhunderts. 1 1 Aus dem Brandgrab Nr. 109 desselben Gräber­feldes stammt auch ein schönes, orangerot bemaltes, kleines Gefäß (Abb. 7/2), das Ende des 2. oder anfangs des 3. Jahrhunderts in das Grab geraten ist. 1 2 2. Die zweite charakteristische Form ist der Topf mit waagerechtem Kand (Abb. 3/2 = Abb. 4/5). Diese Form erinnert ebenso an die spâtlatènezeitlichen Gefäße wie die erste. Die provinzialrömische Variante des eiförmigen Gefäßes hat einen waagerechten Rand, der entweder glatt oder gerippt ist. Diese Form war in Brigetio sehr beliebt und ist durch zahlreiche Variante vertreten. An der Schulter des Gefäßes aus der Tussla-Sammlung läuft die Rädchenverzierung in einer Zone ringsum, dieselbe Verzierung zeigt ein als Streufund zum Vorschein gekommener Topf des Sörhäzkerti-Gräberfeldes (Abb. 4/8 = Abb. 8/1) und ein kleineres Gefäß, 1 3 das gleichfalls aus einem Grabe stammt (Abb. 4/9 = Abb. 8/3). 1 4 Auf die örtliche Erzeugung weist auch der aus einem Grabe stammende Topf hin (Abb. 4/10), an dem bei dem Brand im Ofen ein dunklerer Fleck ent­standen ist. 1 5 Aus dem Gerhät-Gräberfeld ist uns aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts ein Topf bekannt, auf dem in der rot bemalten Zone ringsumlau­fende Rädchenverzierungen sind, 1 0 Bei der Ausgrabung der Wasserleitung von Tata-Brigetio fand I. Paulovics ein ähnliches, jedoch größeres Gefäß (Abb. 4/11). 17 Ebenfalls er war derjenige, der in dem sog. Gräberfeld Nr. 2 südlich der SW­Ecke des Castrums in einem Milieu des Endes des 2. und des Beginns des 3. Jahrhunderts einen eiförmigen Topf mit engerem Hals (Abb. 4/12) gefunden hat, an dem neben den Rädchenverzierungen auch die Wellenlinie erscheint. 18 In der Verzierungsart ähnlich, jedoch kleiner ist jener Topf (Abb. 4/13 = Abb. 8/4), der ebenfalls von Paulovics aus dem Grabe Nr. 3 des sog. Järöka-Gräber­feldes zutage gefördert wurde. Im Grabe befanden sich ein Spiegelrahmen aus Blei und die Münze des Severus Alexander. 1 9

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