Folia archeologica 19.
Gedai István: Adalék a XI–XII. századi bizánci pénzek forgalmához
BEITRAG ZUM UMLAUF DER BYZANTINISCHEN MÜNZEN DES 11 — i 2. JAHRHUNDERTS Die Klarstellung der politischen und wirtschaftlichen Rolle von Byzanz in Ungarn ist eine wichtige Aufgabe für unsere Geschichtsforschung, denn im и —12., insbesondere aber im 12. Jahrhundert stand Byzanz wohl oder übel im Vordergrund der Außenpolitik des jungen Königreichs Ungarn. Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen des oströmischen Kaiserreiches werden durch Münzfunde klar gekennzeichnet. Weitere Münzen liefern Beweis für ihre Rolle im Karpatenbecken. In der Gemarkung von Kunbaracs kamen beim Pflügen Kupfer-Sciphati ans Tageslicht, von denen gelangten aber bloß zwei in der Besitz des Ungarischen Nationalmuseums. Es ist nicht mehr zu ermitteln, ob es sich um einen Schatzfund oder Streufund handelte, doch ist ihr Erscheinen in diesem wie in jenem Falle eine Quelle von Belang. Die eine Münze ist vom Typ Manuel I., BCM. 58, die andere ist fraglich. Die Vorderseite zeigt den Kaiser bis zur Taille abgebildet; er ist mit einem Spitzbart ausgestattet und trägt eine Krone, die aus Punktreihen und Kettenanhängern besteht; die rechte Hand ruht auf der Hüfte (?), die linke ist nicht zu sehen. Unter dem weitgeöffneten Mantel wird ein auf 2X3 Musterfelder geteiltes Gewand sichtbar, in jedem Feld je ein Punkt. Das auf der linken Seite befindliche Kreuz hält er vermutlich in der rechten Hand, das rechtsseitige Kreuz, das unklar zu sehen ist, gehört vielleicht zu einem Reichsapfel. Rechts im Felde unleserliche Buchstabenspuren. Die Rückseite stellt Christus auf dem Throne sitzend dar, links die Buchstaben PC, rechts XC. Unter den Buchstabenpaaren befindet sich je ein achtzackiger Stern. Vorder- und Rückseite sind abgenützt und abgeschlagen. Das Gewicht beträgt 1,79 g. Insofern wir Abbildungsähnlichkeiten als Beweise akzeptieren können, neigen wir zu der Ansicht, daß diese auf die Zeit des |ohannes II., oder Manuel I. hinweisen. Alle Folgerungen die wir also aus dem Fund ziehen können, weisen auf Grund des mit Gewißheit Manuel zuzuschreibenden Gepräges auf die Zeit Manuels hin. Der Fund bietet u. a. der Ortsgeschichte neue Anhaltspunkte. Quellen, die die Zustände vor dem Tatareneinfall von 1241 beleuchten, sind in Ungarn von besonderem Belang, da die Siedlungen des Wiederaufbaues nicht mehr das ursprüngliche Wohngebiet des sich niederlassenden Ungarntums bezeichnen. Bis nun gab keine so frühe Angabe aus dieser Gegend, unser Fund weist demnach auf eine Siedlung des 12. Jahrhunderts hin. Dies wird auch durch am Fundorte zum Vorschein gekommenen Scherben sowie Gebäudeschutt aus der Arpadenzeit bekräftigt. Es ist anzunehmen, daß die einstige Kirche auf der benachbarten Anhöhe mit dieser Siedlung in Zusammenhang stand. Außer seiner lokalgeschichtlichen Bedeutung bildet unser Fund auch eine wichtige Quelle für den ungarischen Münzenumlauf des 12. Jahrhunderts. Die auf dem Gebiete des Karpatenbeckens zum Vorschein gekommenen Münzfunde des Ii —12. Jahrhunderts weisen — sofern sie auch fremde Münzen enthalten — mit zwei Ausnahmen lediglich byzantinische Münzen auf. Es gibt nur wenig Funde von solcher Zusammensetzung, demnach kann auch dieser kleine Fund gewissermaßen zur Klärung des Münzumlaufes beitragen. Der Fund von Kunbaracs ergänzt wohl die Reihe unserer byzantinischen Münzfunde auch in lokaler Hinsicht. Sie bezeichnen nämlich eine in nord-südlicher Richtung verlaufende Straße, die vom Balkan her über die Donau im Temeswinkel