Folia archeologica 19.

Zoltán Kádár: Ikonographische und religionsgeschichtliche Bemerkungen zu den Zierscheiben von Rakamaz

I IO Z. KÁDÁR Róheim 2 5 und Berze Nagy 2l i betonen, der Variante einer solchen Märchengestalt, die der persischen Göttin Anahita (Anaititis) und der aus dem Meeresschaum geborenen griechischen Aphrodité ähnlich ist. Die Wasservogelgöttin hat jedoch in den Mythen der finnisch-ugrischen Völker den Raubvögeln des Lufthimmels — Adler, Turul — gegenüber auch gewisse, mit dem „schwarzen Land" — dem Reich des Todes zusammenhängende Beziehungen. Für die Verknüpfung der in der ungarischen Volksdichtung vorkommenden, „sich in einem schwarzen Teich" badenden Ente mit dem Tode gibt Róheim vom Gesichtspunkt der wogulischen Mythen eine interessante Erklärung. 2 7 Diószegi weist auf die schamanistischen Beziehungen des in dem Mythos der Wogulen vorkommenden „Mannes mit den wachsamen Ohren einer schwarzen Ente" hin. 2 8 Die in der Kalevala vorkom­mende „Entenfee" (sotkotar . 44. Gesang: 163) — die durch die Mausik Vejnemöj­nens gebändigt wird —gehört ebenfalls zum Reich des Todes, 2 9 wie auch „das Reich der Vögel", das sich laut dieser Mythen am unteren Rand des Himmels befindet, schon seiner kosmischen Lage nach ein Todesreich ist. 3 0 2 5 Róheim, G., а. а. О. S. 63—64. 2 6 Berze Nagy, J., a. a. O. S. 532. 2 7 Róheim, G., a. a. O. S. 64. 2 8 Diószegi, V., A sámánhit emlékei a magyar népi műveltségben (Denkmäler des Schama­nismus in der ungarischen Volkskultur). (Bp. 1958) S. 418. 2 9 Vgl. Holmberg. U., Die Wassergottheiten der finnisch-ugrischen Völker. (Helsinki 1913) S. 217. ; Harva, U., Die religiösen Vorstellungen der altaischen Völker. FFC i2j. (Helsinki 1938) S. 475. 3 0 Róheim, G., a. a. О. S. 20. — (The Land of the Birds) mit weiterem Schrifttum.

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