Folia archeologica 19.
Zoltán Kádár: Ikonographische und religionsgeschichtliche Bemerkungen zu den Zierscheiben von Rakamaz
DIE ZIERSCHEIBEN VON RAKAMAZ I I I Abb. 55. Anstatt weitere Beispiele aufzuzählen möchte ich darauf hinweisen, wie sich der uralte Wasservogelkult unserer verwandten Völker mit den sich auf die Zauberkraft des weiblichen Haares bezüglichen Vorstellungen verknüpft. Aus den Untersuchungen von Munkácsi wissen wir, daß in dem Mythos der Wogulen über die Entstehung der Erde die in der Gestalt einer Gans nach der südlichen Heimat der Zugvögel fliegende mythische Heros-Gottheit die „in ihre Haare sieben schwarze Enten (Trauerente, Melonitta nigra ), sieben Eisenten (Clangula hyemalis ) einflechtende Frau" 3 1 sucht. Die Meisterstücke dieser Volksdichtung sprechen auch darüber, daß die Schwester des Weltbeschützenden Mannes, „das mit vierzig Ellen langen Haarflechten geschmückte Mädchen" (Kates) nach den schönen Wassern der südlichen Gegend zieht; sie führt ihrer Berufung nach die „vielen Gänsescharen von geschweifter Brust" auf ihrem Zug". 3 2 Kehren wir zur Märchenwelt unseres Volkes zurück, so verdient das „Märchen des Königs Jölaktom" (etwa: Immersatt), auf dessen schamanistischen Beziehungen Diószegi hingewiesen hat, ein besonderes Interesse. 3 3 In diesem Märchen verfolgen nämlich der König Jólaktom und sein Roß in verschiedenen Formen einander, der König nimmt auch die Form eines Adlers und das Roß die einer Ente an, am Ende des Märchens stellt 3 1 Munkácsi, В., a. a. Ci. I. S. 29., 3 2 Ebd. II/2. 0103. 3 3 Diószegi, V., a. a. O. S. 115. II/2. 067. Über Gänsestatuen: 066.