Folia archeologica 18.
Mihalik Sándor: Adatok Mayer pápai és herendi gyárigazgató működéséhez
ANGABEN ÜBER DIE TÄTIGKEIT DES PÁPAER UND HERENDER FABRIKSDIREKTORS MAYER Jenem erbitterten Kampfe, der 1839 und 1840 von Vinzenz Stingl und Moritz Fischer um den Besitz der Keramikfabrik von Herend geführt wurde, fiel nicht nur Stingl, der eigentliche Gründer, zum Opfer, auch Johann Mayer kam zu Schaden. Die Bedeutung seiner Person wird dadurch bewiesen, daß er von der Spitze der Steingutfabrik in Pápa weg den Direktorposten der Herender Fabrik erlangte. Sein schaffendes Wirken schritt nach mancher Meinung seinen Zeitgenossen weit voraus, es gibt sogar Forscher, nach deren Mutmaßung er der erste Porzellankünstler ist, dessen Tätigkeit in bedeutendster Form mit der Geschichte der ungarischen Keramik- und Porzellanfabriken zusammenhängt. Dies ist umso überraschender, nachdem wir über seine Person, über seine Tätigkeit kaum etwas wissen. Es ist also vonnöten, die auf in Transdanubien aufgetauchten und mit der ungarischen Keramikfabrikation in irgendwelchen Zusammenhang zu bringenden Johann Mayers bezugnehmenden Angaben zu sammeln. Ihre Reihe beginnt mit jenem Johann Mayer, welche 1786 in Tirol, südöstlich vom Bodensee, im in der Nähe der schweizerischen Grenze gelegenen Ort Vandans geboren wurde. Er gelangte als Kupferschmiedgeselle nach Ungarn und heiratete 1810 in Sopron (Ödenburg) die Witwe Leopold Stingls, Katharina Stermenszky. Durch diese Eheschließung wurde er Stiefvater des späteren Gründers der Herender Fabrik, Vinzenz Stingl. In Bezug auf die Fabrik kam ihm jedoch keinerlei Rolle zu, denn er verstarb bereits fast eineinhalb Jahrzehnte vor ihrer Gründung. Derjenige Johann Mayer, welcher in der ungarischen Keramikfabrikation eine Rolle spielte, stammte — der Protokolleintragung der Generalversammlung des Komitats Veszprém vom 1. Dezember 1837 gemäß — aus Tannova (heute Zdanov, Ort in der Tschechoslowakei) und arbeitete bereits Ende 1837 in der Pápáer Steingutfabrik von Matthias Vinter als Töpfergeselle. Im April 1839 erhält er im Interesse seiner Niederlassung in Pápa den Verabschiedungsbrief der tschechischen Behörden. Bald darauf, im Sommer 1839 tritt er als Werkmeister aus der Steingutfabrik in Pápa aus und arbeitet bereits Mitte September in der Herender Fabrik. Mitte 1841 ist er noch dort tätig, doch bewilligt der Stadtrat von Pápa im Februar 1842 daß „Johann Mayer, vorerst Direktor der Steingutfabrik in Pápa, nacher derjenigen von Herend ein sein frommes und sittliches Betragen, sowie, insoweit er bei uns weilte, seine gewahrte Geschicklichkeit in der Führung genannter Fabrik bekräftigendes Zeugniss" ausgegeben werde. Es gibt auch eine Hypothese, laut welcher die Person Johann Mayers mit dem Eigentümer der auf einzelnen ungarischen Keramikprodukten sichtbaren pfeilähnlichen Marken in Zusammenhang gebracht wird. Unserer Ansicht nach kann nicht bewiesen werden, daß die an heimatlichen Keramikerzeugnissen ersichtlichen und der Zahl 1, sowie auch einem Anker ähnlichen Marken nicht Formnummern, sondern die Marken Mayers sind. Es ist dies unserer Meinung nach die Marke eines Töpfers, welcher in all den Fabriken gearbeitet hatte, auf deren Erzeugnissen wir die Zeichen finden. Dies scheint uns begründet, denn dieses Zeichen verwendete man bereits vor dem Entstehen der ungarischen Erzeugnisse in der Steingutfabrik zu Prag.