Folia archeologica 17.

Ján Pástor: Frühbronzezeitliches Gräberfeld in Vsechsvätych

FRÜHBRONZEZEITLICHES GRÄBERFELD IN VSECHSVÄTYCH Die archäologische Abteilung des Ostslowakischen Museums führte im Jahre 1961—62 12 Km südlich von Kosice (Kaschau) in der Umgebung von Vsechsvätych (Kassamindszent) Ausgrabungen durch. Der Fundort gehndet sich auf der in allen Epochen der Urzeit besiedelt gewesenen rechtsseitigen Terasse des Hernád, auf der „Farské zeme" benannten Leiten. In neuerer Zeit bildet Vsechsvätych zusammen mit drei kleineren Siedlungen, Buzice, Bernatovce und Kostany eine Valaliky benannte Gemeinde. Auf dem Gräberfeld wurden 1961 46, 1962 8 Gräber freigelegt, zusammen also 54 Gräber aus der frühen Bronzezeit. Die Länge der west-östlichen Achse des durchforschten Teiles des Fundortes beträgt 48 m, die Länge der nord­südlichen Achse 18 m. Der südliche Teil befindet sich unter dem gegenwärtigen Friedhof und konnte darum nicht freigelegt werden. Die Stratigraphie des Gräberfeldes ist unkompliziert. Die Erdoberfläche wird aus einer 20—30 cm dicken Humusschicht gebildet, welche in eine beiläufig 40—50 cm dicke Schichte gelben Sandes übergeht, darunter befindet sich hell­grüner körniger Sand. Die dünkler getönten Gräber machten sich in der ersten und zweiten Schichte bemerkbar und erreichten im unteren Teile eine Tiefe von 60—160 cm in der hellgrünen Sandschichte. 26 der 54 freigelegten Gräber waren gestört, 18 unversehrt. In 5 Gräbern wurden verstümmelte Skelette gefunden, in 4 Gräbern Schädel oder Schädel­teile, in einem Falle ein vermodertes Kinderskelett. Keramik, Schmuckstücke, Metall- und sonstige Gegenstände wurden in 33 Gräbern gefunden. Die Gräber zogen in 16 Fällen durch ihre Färbung die Aufmerksamkeit auf sich. Der Grundriß der Gruben war in mehreren Fällen nicht mehr festzustellen, was mit der geologischen Zusammensetzung des Gräberfeldes und mit der Tiefe der Gräber zusammenhing. Die Gruben wiesen in der Mehrzahl eine rechteckige Form auf und nur vereinzelt gab es Konturen eines annähernden Viereckes. Ihre Tiefe war unterschiedlich. Die geringste Tiefe hatte das Grab Nr. 30 mit 25 cm aufzuweisen, die grösste Tiefe die Gräber Nr. 47 und mit 160 cm. Die Grubenwände waren in der Regel senkrecht und scharf ausgeeckt, der Grund eben und geglättet. In der durch hiesigen Sand gebildeten Kulturschichte der Gräber fehlten die Fundstücke gänzlich. Bei den gestörten Gräbern indessen lag der Fall anders. Die im Grabe belassenen Gegenstände, insbesondere fayenceartige Keramik, aus Meermuscheln hergestellte Perlen und Bronzegegenstände waren in der gestör­ten Schichte planlos verstreut. Die Gefäße befanden sich meistens 10—20 cm tief unter den durcheinander geworfenen Gebeinen. Daraus wird ersichtlich, daß bei der Bestattung keine Gegenstände ins Grab geworfen wurden, was im Alter­tum ein weitverbreiteter Brauch war. Ebenso konnten keine Spuren eines rituel­len Brandes, — so wie Kohlenstücke und verbranntes Erdreich — festgestellt

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