Folia archeologica 17.

Ján Pástor: Frühbronzezeitliches Gräberfeld in Vsechsvätych

38 J. PÁSTOR werden, im Gegensatz zu dem benachbarten Gräberfeld von Kostany, 1 wo wir in zwei Fällen auf nachweisliche Brandspuren stießen. Ursprünglich befanden sich sämtliche Bestattungen in Hockerstellung, ein­heitlich auf der ganzen Fläche des freigelegten Gräberfeldes, selbst dort, wo die Gräber entgegengesetzt gerichtet waren. Die Skelette ruhten auf der rechten oder linken Seite, das Gesicht gegen Süden gerichtet. Der Bestattungsritus war einheitlich, wenngleich man in der Lage der Hockerskelette kleinere Abweichungen wahrnehmen konnte. In den gestörten Gräbern war die Ostung nicht mehr festzustellen, die zerwühlten Gebeine lagen zumeist in einem oder zwei Haufen. In den Gräbern Nr. 18 und 36 hatten einzelne Knochen (Femur, Tibia) noch ihre ursprüngliche hockende Stellung beibehalten, und so ist anzunehmen, daß es sich auch bei den gestörten Gräbern um Hockerbestattungen handelte. In allen Teilen des Gräberfeldes fanden sich gleicherweise Skelette von mehr oder minder ausgeprägter Hocker­stellung, so daß der Grad der Hockerstellung keinen Anhaltspunkt für die Zeit der Besiedlung ergibt. Der ältere Teil des Gräberfeldes wird nicht durch stärker gekrümmte Hocker gekennzeichnet. Die Hände waren im Ellbogen so weit zurückgebogen, daß die Finger vor den Schädel zu liegen kamen, in einzelnen Fällen berührten sie die Mandibula. Die Armknochen lagen schräg oder paralell zum Körper. Die Lage der Hände war im Allgemeinen einheitlich zu nennen ; aus kleineren Abweichungen können wir nicht auf chronologische oder rituelle Veränderungen schließen. Aus der Lage der Skelette und der Hände sowie der Ausstattung der Gräber konnte kei­nerlei Schluß auf eventuelle gesellschaftliche oder wirtschaftliche Differenzen gezogen werden. Die Ostung der Bestattungen: Unter 18 unversehrten Gräbern hatten 7 west-östliche, 5 ost-westliche, 1 nord-südliche, 1 süd-nördliche, 2 südöstlich­nordwestliche, I nordwestlich-südöstliche, und 1 nord-nordöstliche- süd-südwest­liche Ostung. Den wertvollsten Teil des Gräberfundmaterials bilden die Schmuckstücke, Metall- und Beingegenstände, Keramik, kleinere Obsidiane, Jaspise, eine durch­bohrte Steinaxt, steinerne Pfeilspitzen, Bruchstücke von Glasschmuck und ein Pferdezahn. Diese Gegenstände stellten zum Teil persönliches Eigentum, zum Teil Beigaben für das jenseitige Leben vor ; einige der fayenceartigen Stücke zierten die Kleidung. Die Lagerung der Beigaben war nicht einheitlich. Die Fayence-, Bronze­und Beinschmuckstücke wurden in den meisten Fällen neben dem Schädel oder zumindest in seiner Nähe gefunden, Bronzedolche und Steinpfeilspitzen im Schoß des Skelettes, oder daneben. In den gestörten Gräbern hatten die Gegen­stände sekundäre Lage. Den größten Teil der Gräberfunde bilden Schmuckstücke (Abb. 3/3—5 ; 4/1—3, 5—9; 7/1) u. zw. die Perlen der Halskette, Bronzeohrgehänge, kleinere Bronzeröhrchen, Bronzearmband, ein längliches Bronzeschmuckstück, Bruch­stücke von Glasschmuck, Beinnadeln und duchbohrte Eberstoß zähne. Die Fayencen und aus Meermuscheln hergestellten Perlen (Abb. 4) verdienen erhöhte 1 Pastor, J.,Pohrebisko zo starsej doby bronzovej v Kost'anoch. Studijné zvesti AUSAV 9. (Nitra 1962) 63—80.

Next

/
Thumbnails
Contents