Folia archeologica 16.

Bánkuti Imre: A hőgyészi textilmanufaktúra 1729—1732

DIE TEXTIL MANUFAKTUR VON FIŐGYÉSZ 1729 — i 7 32 Eine bedeutende Episode in der frühen Entwicklungsperiode des ungarischen Manufakturgewerbes war die Geschichte der Leinenmanufaktur von Hőgyész im Komitat Tolna. Diese Fabrik kam auf dem Gute von General Claudius Flori­mond Mercy, dem Militärgouverneur des Temesraumes, zustande. Mercy besie­delte rasch die 1722 käuflich erworbenen Güter im Komitat Tolna und machte auf seinen Domänen auch zahlreiche Handwerker ansäßig. Der Kamerad Mercy's, Graf Samuel Schmettau, organisierte die Manufaktur, indem er durch Joannes Adamus Kinden und Joannes Danielis Schellnegger aus Niederösterreich Fach­arbeiter und Werkführer anstellen ließ. Die Manufaktur ging indessen bald bank­rott; vermutlich hatte sie Absatzschwierigkeiten. Obgleich die Fabrik die Her­stellung bezw. Bearbeitung von allerlei Arten Leinenware (Spinnen, Weben, Färben, und Zurichten) übernahm, gerieten die Werkführer in Schulden, weshalb Graf Schmettau sie Anfang des Jahres 1733 ins Gefängnis werfen ließ. Das einzige gegenständliche Denkmal der Manufaktur von Plőgyész ist ein 1730 in Pozsony (Preßburg) gedrucktes, einblättriges Warenverzeichnis, das die erzeugten Artikel in ungarischer Sprache aufzählt. Dieses Blatt Papier stellt zugleich die erste kapitalistische Anzeige in Ungarn vor, eine gänzlich neue Erschienung in der abgegrenzten, ihren Markt krampfhaft haltenden und die Konkurrenz ausschliessenden Welt der Zünfte.

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