Folia archeologica 16.

Temesváry Ferenc: Török tűzifegyverek Buda 1686. évi ostromából

TÜRKISCHE FEUERWAFFEN VON DER BELAGERUNG OFENS IM JAHRE 1686 Anfang 1963 wurde der Neuzeitlichen Abteilung des Ungarischen National­museums eine aus mehreren Stücken bestehende Waffensammlung zum Ver­kaufe angeboten. Unter den vorgezeigten Feuerwaffen zog eine schwere, türkische Büchse durch ihre Zieraten, Ausführung und nicht zuletzt durch ihre Aufschrift die Aufmerksamkeit auf sich, erwähnten doch schon namhafte Waffenhistoriker der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts, im Jahre 1886, eine im Ungarischen Nationalmuseum bewahrte Büchse, die eine fast gleiche Konstruktion und im Wesentlichen gleiche Inschrift aufwies, jedoch mit einer Meistermarke versehen war. In der Waffensammlung des Ungarischen Nationalmuseums sind türkische Läufe von ähnlicher Ausführung wie der Lauf der neuerworbenen Büchse in bedeutender Anzahl vorhanden. Das Interessante an dem eben besprochenen Exemplar liegt an seiner Aufschrift, die auf der der Schloßkonstruktion entgegen­gesetzten Seite angebrachten Messingplatte im Barockstil eingraviert ist. Ihr Wortlaut: „DIESES ROHR WURDE EROBERT ZU OFFEN DEN 24. SEP­TEMBER 1686". Wir dürfen auf Grund dieses Textes annehmen, daß die Waffe im September 1686 bei Ofen erbeutet wurde. Die Analyse der Aufschrift weist offensichtlich darauf hin, daß die Platte erst Jahrzehnte später an der Büchse an­gebracht wurde. Wir müssen hier bemerken, daß wir bis nun der oben besprochenen Waffe in keiner größeren ausländischen Sammlung begegnet sind. Die Waffensammlung des Ungarischen Nationalmuseums hatte jedoch bereits in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts zwei Stücke erworben, von denen das eine Exemplar gleichfalls bei Ofen erbeutet wurde u. zw., wie aus der Aufschrift ersichtlich, am 2. September. Bevor wir versuchen, die Waffen miteinander zu vergleichen, müssen wir auch des dritten Stückes Erwähnung tun. Dieses wurde zum Gedenken der am 11. September 1697 stattgefundenen Schlacht bei Zenta signiert. Die Büchse von Zenta gehört zu dem riesigen, dort eroberten Beutematerial. Der erste Teil ihrer In­schrift stimmt mit denen der zwei oben besprochenen Büchsen überein. Der zweite Teil jedoch zeigt •— auch darüber hinaus, daß sich der Hinweis auf Zenta und nicht auf Ofen bezieht — eine gewisse Abweichung. Wie wir schon früher erwähnt haben, ist die Form der Messingplatten ledig­lich annähernd die Gleiche ; dies können wir auch auf unserer Abbildung verfol­gen. Die Gestaltung, Zierat und Anordnung der Platten, ja auch ihr Material lassen darauf schließen, daß es trotz allen Bemühens nicht gelungen ist, analoge Stücke herzustellen. Auch die Untersuchung der Buchstabentypen weist darauf hin, daß die Aufschrift der einen Ofener Büchse eventuell zur Vorlage für die Beschriftung der zwei Anderen gedient hat. In Zusammenfassung der Frage kommen wir der Folgerung nahe, daß möglicherweise einer der seinerzeit sowohl bei Ofen als auch bei Zenta an den Kämpfen teilnehmenden Befehlshaber die Waffen signieren ließ.

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